freigeisterchen.bliki

Erziehung und Entwicklung zu einem freien Geist

Freigeisterchen ist sowohl Materialsammlung als auch Nachrichtenplattform zu Fragen der (Kinder-) Erziehung und (Selbst-) Entwicklung.

Leitgedanke ist uns dabei stets die Befreiung von religiösen und ideologischen Beschränktheiten - zu einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung.

Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der Familie, dem Familienleben und der Kindererziehung.

Es ist eindeutig an der Zeit, dass wir lernen, unsere emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne uns dem Absurden hinzugeben. Wir müssen Mittel und Wege finden, uns auf die Kraft des Rituals zu berufen und die Übergänge, die in jedem Menschenleben nach Tiefgründigkeit verlangen – Geburt, Hochzeit, Tod –, so zu vollziehen, dass wir uns dabei nicht mehr über die wahre Natur der Dinge in die eigene Tasche lügen.

Erst dann wird die Erziehung unserer Kinder zu dem Glauben, dass sie Christen, Muslime oder Juden seien, weitgehend als das erkannt werden, was sie ist: eine aberwitzige Schamlosigkeit.

Sam Harris

Die frühkindliche Indoktrination durch irrationale, widersinnige und größtenteils menschenverachtende Lehren zu unterbinden ist für uns von größter Bedeutung.

Wenn das Denken des Kindes erwacht, sind die religiösen Lehren bereits unangreifbar geworden.

Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion, Studienausgabe, 2009 Band IX, S. 180

Thematische Übersicht

:!: In Bearbeitung :!:

Da sich viele Artikel noch in frühen Bearbeitungsstadien befinden bzw. noch überarbeitet werden müssen, kann u.U. diese kleine Übersicht helfen:

Aktuelles

Kurznachrichten & Twitter

Freigeisterchen Newsfeed News-Feed Freigeisterchen auf Twitter

freigeisterchen-blog

Kinderkarneval - ein begründeter Anfangsverdacht

Mein Montagsthema hat sich mir am vergangenen Wochenende aus aktuellem Anlass sozusagen aufgedrängt. Wir haben unsere sechsjährige Tocher zu einem Auftritt ihrer Kindertanz-Gruppe gebracht. Ich wusste sehr wenig über diesen Auftritt, nur dass er auf einem Dorf stattfinden sollte, dessen Namen ich noch nicht gehört hatte, in einem Festzelt. Ich bin also ziemlich ahnungslos hingefahren. Misstrauischer wäre ich schon gewesen, hätte ich gewusst, dass es sich um eine Karnevals-Veranstaltung handelte, genauer gesagt, um den Kinderkarneval des dortigen Karnevalsvereins. Beim Anblick der ersten Narrenkappen und beim ersten Humtata konnte ich meinen Instinkt, schreiend rauszulaufen, nur mühsam unterdrücken.

Das Zelt war bereits gut gefüllt, die rotbenaste und deftig-launige Dorfgemeinde saß auf langen Bänken, im Takt klatschend und Berliner essend (Pfannkuchen oder Krapfen oder wie auch immer sie hier heißen mögen - wir sind Zugezogene und erst seit dreieinhalb Jahren in der Gegend). In einer Ecke des Zeltes trafen wir den Rest der Tanzgruppe. Hier konnten sich die Kinder umziehen und auf ihren Auftritt warten.

Um 15:11 Uhr begann die Prunksitzung der kleinen Jecken. Der jugendliche Sitzungspräsident hätte aus dem Telefonbuch wahrscheinlich mit mehr Leidenschaft vorgetragen und das Prinzenpaar wirkte komplett ferngesteuert. Dann kamen die Darbietungen der einzelnen Kindergarten- und Schulgruppen und hier schlug meine Fremdscham in Ärger um. Eine Gruppe vier- bis fünfjähriger Mädchen in glitzernden Miniröckchen und mit geschminkten Lippen und Augen kam auf die Bühne, um mit den Popos zu wackeln und sich lasziv über den Boden zu rollen. Manche bekommen das schon recht überzeugend hin und mich irritieren diese abgeschauten, antrainierten, aber völlig unverstandenen Bewegungen und Posen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Ich frage mich unwillkürlich, wie viele Menschen mit pädophilen Neigungen in diesem Zelt sitzen und bei wie vielen die Phantasie durch solche Darbietungen angeregt wird.

Wenn man nach “Sexualisierung von Kindern” sucht, stößt man zunächst auf eine andere Debatte. Hier äußern sich hauptsächlich religiös motivierte Menschen besorgt über Aufklärungs-Initiativen der Bundesregierung. Darum geht es mir hier nicht. Kinder sind bereits sexuelle Wesen und sobald sie sich für das Thema interessieren, darf Sexualität nicht mit einem Tabu belegt werden. Und dass Kinder - insbesondere Mädchen - ab elf oder zwölf beginnen, ihre eigene Sexualität zu entdecken, sich dabei an Vorbildern aus dem Showbiz orientieren, und sicherlich beim Ausprobieren auch über das Ziel hinausschießen, gehört zur Pubertät dazu. Umso besser, wenn sie dann schon möglichst gut Bescheid wissen - über Verhütung und darüber, was selbstbestimmte Sexualität bedeutet.

Da darf der Rock dann auch mini sein, das Shirt bauchfrei, denn Selbstverständnis und Wirkung müssen ausprobiert werden. Unangemessen fand ich hingegen die Jeans, die eine Bekannte uns second hand vermachte, und deren Schnitt bei unser damals dreijährigen Tochter weibliche Rundungen suggerierte, die sie noch lange Zeit nicht haben würde. Dass wir den Mädchen mit drei, vier oder fünf Jahren bereits dieses Role model nahelegen, sie verkleiden, schminken und uns über entsprechende Posen freuen, das geht mir zu weit. Es zeigt nicht, dass mit den Kindern etwas nicht stimmt, sondern, dass unser Blick sich verändert hat. Manche wollen nur vermeintlich süße Bilder ihrer Kinder verschicken, andere verstehen Sexy-Sein als Synonym für Attraktivität und und gemocht-werden und wieder andere versuchen vielleicht, (ihre eigene?) Sexualität zu verniedlichen, zu verkindlichen.

Die Gruppe meiner Tochter erschien kurz danach auf der Bühne in kindgerechten Phantasiekostümen, was mich vordergründig wieder beruhigte, aber das Thema wird uns sicher noch beschäftigen.

Und der Engel Gabriel (Sigmar) sprach....

„So trennet denn die Ungläubigen in die ungläubigen Ungläubigen und sozialdemokratischen Ungläubigen - auf dass sie einander zerreissen.“

Am 07.02.12 stellte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles noch mal fest: In der SPD wird es keinen Laizismus geben - keinen der den Namen verdient. Geschickter ist hier der Vorsitzende Sigmar Gabriel:

Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende, hatte zwar der Gruppe kürzlich angeboten, sich als „Arbeitskreis der Atheisten und Freidenker in der SPD“ konstituieren zu dürfen. Laizismus, also die (Forderung nach) strikte(r) Trennung von Staat und Kirche, bleibe jedoch unter dem Banner der SPD unzulässig. Wie „vergiftet“ Gabriels Angebot war, stellte sich sogleich heraus; denn die Gruppe spaltete sich unversehens.

xtranews “Die vier Evangelisten und die laizistischen Sozialdemokraten“ vom 08.02.12

Die Damen und Herren der Gruppe sollten sich die Frage stellen, ob ihr Laizismus nun praktische oder symbolische Politik sein soll. Praktisch scheint in der SPD dieser Tage1) nahezu ausgeschlossen.

Wenn es symbolische Politik ist, dann hilft sie, das Bild der jetzigen SPD klarer zu zeichnen. Eine „Volkspartei“, die sich der Meinung eines Drittels der Bevölkerung mit Verboten verschliesst - nur weil dieses Drittel weniger laut und nachdrücklich in Erscheinung tritt.

Die Ähnlichkeit zur CDU wird damit noch geringer und immer deutlicher, dass die Krise der repräsentativen Demokratie nicht im Mangel an Interesse im Volk oder im Mangel an charismatischen Persönlichkeiten begründet liegt, sondern dass die Parteien selbst der Willensbildung und -ausübung im Wege stehen - einer immer größer werdenden Zahl von Menschen in diesem Land geht es um Themen und nicht um kafkaöse Partei-Organisationen mit Fraktionszwang, Dogmatismus und Arbeitsgruppen-Verboten.

Ja, es gibt „Parteien“, die eigentliche keine Partei sein wollen, sondern Themen in einer möglichst breiten Öffentlichkeit kontrovers debattieren wollen - eine schockierende, geradezu absurde Vorstellung, nicht wahr? Schließlich heißt es doch „Einigkeit, Recht und Freiheit“ - zuerst die Einigkeit, was davon übrig bleibt, wird durch das Recht beschränkt und was dann noch übrig bleibt, das nennen wir dann Freiheit…

Und ihr wundert euch, warum die Deutschen größtenteils so wenig begeistert sind von dieser Freiheit - für diese Freiheit, für die jeden Tag Menschen in anderen Ländern kämpfen und sterben?

1) Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde? fragte unlängst der SPDler Horst Isola seine Genossen - und niemand antwortete ihm…

Aktuell: Zur Wintersonnenwende

Auch wir sind z.Zt. mit den Vorbereitungen für die Mittwinter-Feiern beschäftigt - verzichten aber absichtlich und nachdrücklich auf die Elemente, die das Christentum diesem Fest aufgezwängt hat.

Das fällt nicht mal besonders schwer, da gerade das Christentum mit dem Fest der Wintersonnenwende so gar nichts anzufangen weiß, das „Fest der ewigen Wiederkehr“ passt nicht in diesen apokalyptischen, lebens- und naturfeindlichen Kult.

Bei uns gibt es einen immergrünen Baum (ja, im Zimmer - so viel „Zivilisation“ gönnen wir uns dann doch), ein Hexenhaus mit Süßigkeiten (das Märchen dazu fanden wir zu dämlich, um es zu erzählen), Väterchen Forst (wenn möglich in anderen als Coca-Cola-Farben), Lieder über die Schönheit von Winter und Schnee, einen Kalender, der die Tage bis zur Wintersonnenwende zählt: Wir feiern am 22.12. (oder 21.12. je nach dem), mit Geschenken, von Leuten, die an uns denken und uns mögen.

Keine Engel, keine Krippen, kein Weihnachtsmann, kein „Christkind“, kein Merchandising, kein billiger Hokuspokus, kein Angst-Einjagen, keine „bösen Kinder“, keine „guten Kinder“ - kein Unsinn, kein Bullshit.

Ein besinnliches Familienfest zu Beginn des Winters, wo man auf Schnee hofft, sich auf Schlittenfahren und lange Spiele- und Vorlese-Abende bei Kerzenlicht und Keksen im Kreise seiner Familie und Freunde freut.

Wer noch Geschenkidee braucht, kann bei den Spielen oder Büchern reingucken. Wir haben eine Liste mit Spielen und Hörbüchern bei Amazon zusammengestellt zum Informieren - kauft wenn möglich bei einem Laden um die Ecke. ;-)

Die alte Tante SPD hat was mit dem Pfaffen

Trennung von Kirche und StaatAuch innerhalb der ehemaligen Volkspartei ist der schleichende Einzug der Kirchen in die Politik nicht unentdeckt geblieben. Wie zum Beweis (des schleichenden Einzuges) ertönt auch umgehend auf die angekündigte Gründung eines Arbeitskreises für Laizisten und Konfessionsfreie das Gekreische von SPD-Größen wie Wolfgang Thierse (Vize-Präsident des deutschen Bundestages und Mitglied im Zentralrat der Katholiken) und des Thüringer SPD-Chefs und Theologen Christoph Matschie: Interessen von Konfessionsfreien zu vertreten sei überflüssig, so Matschie und die Kirche aus der Politik zu halten, würde die Partei einengen, meint Herr Thierse.

Initiator Nils Opitz-Leifheit hat seinen Lebensmittelpunkt in der Nähe von Stuttgart, ist dort SPD-Ortsvereinsvorstandsmitglied, parlamentarischer Berater und stellvertretender Vorsitzender der AWO Bezirk Württemberg und wird so mit Realitäten konfrontiert, auf die man in Berlin nicht so weiteres stößt. Und er stellt nun der “alten Tante” SPD die Frage: “Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.”

Aber nun steht die SPD tatsächlich vor der Gretchenfrage, ob sie ihre ethische Grundlage auch noch aus Humanismus und Aufklärung bezieht, oder sich ihre moralische Grundlage vollends aus christlichen Bezügen zu holen. Und Christen behaupten ja gern, es gäbe gar keine anderen.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Wer die Rolle und das Wirken der Kirche in Frage stellt, wird natürlich sofort diffamiert, hat aber letztlich das Grundgesetz auf seiner Seite, auch wenn es Deutschland nicht geschafft hat, die Trennung von Kirche und Staat in das Grundgesetz explizit aufzunehmen.

Der „kämpferische Atheismus“ ist eigentlich ein typisches Wortungetüm des Papstes, es ist lächerlich, uns so zu titulieren. Das soll sicherlich nur von einer sachlichen inhaltlichen Debatte ablenken.

Es geht uns nicht um eine Bekämpfung von Kirchen, sondern um einen weltanschaulich neutralen Staat. Und ein solcher sind wir ja eigentlich nach dem Grundgesetz, dies wird nur nicht genügend beachtet.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Und Nils Opitz-Leifheit kommt zu dem ebenso einzig möglichen wie offensichtlichen Schluss: Kirchliche Vorstellungen (von “religiösen” wollen wir gar nicht sprechen) sind in überwiegenden Teilen unvereinbar mit sozialdemokratischen Grundsätze und den Ansichten der meisten Sozialdemokraten:

Aber von Umgang mit Homosexualität, den schwierigen Fragen im Zusammenhang mit der Patientenverfügung, Sexualerziehung, vollwertigem Ethikunterricht für Konfessionsfreie bis zu Scheidungsrecht und Frauengleichberechtigung sehe ich noch sehr viele Fragen, in denen zumindest die Katholische Kirche (Wolfgang Thierse ist ja im Zentralrat der Katholiken) Lichtjahre von der klaren Mehrheitshaltung der Sozialdemokraten entfernt ist. Und da sollte man auch klar Position beziehen und nicht Kircheninteressen zuliebe still halten.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Nur verhindern Traditionsblindheit und Trägheit bei vielen diese Einsicht. Wir werden die Bemühungen von Herrn Opitz-Leifheit verfolgen, es wäre ihm und seiner ehemaligen Volkspartei zu wünschen, dass er Erfolge verzeichnen und Bewusstsein schaffen kann.

AOK-Familienstudie 2010: Beten für Kinder gesund?

Grassierende Gotteswahn im Gesundheitswesen Dass ein geregelter Tagesablauf nicht ungesund sein wird, dürfte für jeden mit ein ganz klein bisschen Menschenverstand (und/oder einer Verdauung) nicht überraschend sein. Sogar die jüngste AOK-Familienstudie bestätigt das - und noch mehr

Laut der AOK-Familienstudie sind Kinder deutlich seltener übergewichtig oder fettleibig, wenn ihre Eltern regelmäßig mit ihnen frühstücken und essen, spielen oder basteln, sie nach festen Abläufen zu Bett bringen, geordnet etwas Zeit ausschließlich den Kindern widmen oder auch mit ihnen beten.

Ärzteblatt: Vorbildfunktion wichtig für Kindergesundheit

Sagt das Ärzteblatt - in der Studie der AOK (PDF) steht von „beten“ aber kein Wort! Das hat sich das Ärzteblatt mal fix so dazugedacht…

Im Sinne der Gesundheit unserer Kinder ist dann ganz klar: Alle zum Islam konvertieren - die beten mehr!

Und den unsinnigen tendenziösen Pressequatsch werden wir dann auch gleich los!


Im Ernst: Hier geht's nicht wirklich um Werte, sondern nur noch um sinnentleerte, ins Kinderhirn eingehämmerte Rituale - beten kann ja nicht schaden. Hände waschen, Hirnchen waschen - was dem Kind bleibt, ist ein vages Gefühl, eine Assoziation, welche später ein Einfalltor bildet für jede Art von Esoterik/Religion/Gotteswahn.

Drucken/exportieren