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Aktuelle Beiträge

Kinderkarneval - ein begründeter Anfangsverdacht

Mein Montagsthema hat sich mir am vergangenen Wochenende aus aktuellem Anlass sozusagen aufgedrängt. Wir haben unsere sechsjährige Tocher zu einem Auftritt ihrer Kindertanz-Gruppe gebracht. Ich wusste sehr wenig über diesen Auftritt, nur dass er auf einem Dorf stattfinden sollte, dessen Namen ich noch nicht gehört hatte, in einem Festzelt. Ich bin also ziemlich ahnungslos hingefahren. Misstrauischer wäre ich schon gewesen, hätte ich gewusst, dass es sich um eine Karnevals-Veranstaltung handelte, genauer gesagt, um den Kinderkarneval des dortigen Karnevalsvereins. Beim Anblick der ersten Narrenkappen und beim ersten Humtata konnte ich meinen Instinkt, schreiend rauszulaufen, nur mühsam unterdrücken.

Das Zelt war bereits gut gefüllt, die rotbenaste und deftig-launige Dorfgemeinde saß auf langen Bänken, im Takt klatschend und Berliner essend (Pfannkuchen oder Krapfen oder wie auch immer sie hier heißen mögen - wir sind Zugezogene und erst seit dreieinhalb Jahren in der Gegend). In einer Ecke des Zeltes trafen wir den Rest der Tanzgruppe. Hier konnten sich die Kinder umziehen und auf ihren Auftritt warten.

Um 15:11 Uhr begann die Prunksitzung der kleinen Jecken. Der jugendliche Sitzungspräsident hätte aus dem Telefonbuch wahrscheinlich mit mehr Leidenschaft vorgetragen und das Prinzenpaar wirkte komplett ferngesteuert. Dann kamen die Darbietungen der einzelnen Kindergarten- und Schulgruppen und hier schlug meine Fremdscham in Ärger um. Eine Gruppe vier- bis fünfjähriger Mädchen in glitzernden Miniröckchen und mit geschminkten Lippen und Augen kam auf die Bühne, um mit den Popos zu wackeln und sich lasziv über den Boden zu rollen. Manche bekommen das schon recht überzeugend hin und mich irritieren diese abgeschauten, antrainierten, aber völlig unverstandenen Bewegungen und Posen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Ich frage mich unwillkürlich, wie viele Menschen mit pädophilen Neigungen in diesem Zelt sitzen und bei wie vielen die Phantasie durch solche Darbietungen angeregt wird.

Wenn man nach “Sexualisierung von Kindern” sucht, stößt man zunächst auf eine andere Debatte. Hier äußern sich hauptsächlich religiös motivierte Menschen besorgt über Aufklärungs-Initiativen der Bundesregierung. Darum geht es mir hier nicht. Kinder sind bereits sexuelle Wesen und sobald sie sich für das Thema interessieren, darf Sexualität nicht mit einem Tabu belegt werden. Und dass Kinder - insbesondere Mädchen - ab elf oder zwölf beginnen, ihre eigene Sexualität zu entdecken, sich dabei an Vorbildern aus dem Showbiz orientieren, und sicherlich beim Ausprobieren auch über das Ziel hinausschießen, gehört zur Pubertät dazu. Umso besser, wenn sie dann schon möglichst gut Bescheid wissen - über Verhütung und darüber, was selbstbestimmte Sexualität bedeutet.

Da darf der Rock dann auch mini sein, das Shirt bauchfrei, denn Selbstverständnis und Wirkung müssen ausprobiert werden. Unangemessen fand ich hingegen die Jeans, die eine Bekannte uns second hand vermachte, und deren Schnitt bei unser damals dreijährigen Tochter weibliche Rundungen suggerierte, die sie noch lange Zeit nicht haben würde. Dass wir den Mädchen mit drei, vier oder fünf Jahren bereits dieses Role model nahelegen, sie verkleiden, schminken und uns über entsprechende Posen freuen, das geht mir zu weit. Es zeigt nicht, dass mit den Kindern etwas nicht stimmt, sondern, dass unser Blick sich verändert hat. Manche wollen nur vermeintlich süße Bilder ihrer Kinder verschicken, andere verstehen Sexy-Sein als Synonym für Attraktivität und und gemocht-werden und wieder andere versuchen vielleicht, (ihre eigene?) Sexualität zu verniedlichen, zu verkindlichen.

Die Gruppe meiner Tochter erschien kurz danach auf der Bühne in kindgerechten Phantasiekostümen, was mich vordergründig wieder beruhigte, aber das Thema wird uns sicher noch beschäftigen.

Und der Engel Gabriel (Sigmar) sprach....

„So trennet denn die Ungläubigen in die ungläubigen Ungläubigen und sozialdemokratischen Ungläubigen - auf dass sie einander zerreissen.“

Am 07.02.12 stellte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles noch mal fest: In der SPD wird es keinen Laizismus geben - keinen der den Namen verdient. Geschickter ist hier der Vorsitzende Sigmar Gabriel:

Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende, hatte zwar der Gruppe kürzlich angeboten, sich als „Arbeitskreis der Atheisten und Freidenker in der SPD“ konstituieren zu dürfen. Laizismus, also die (Forderung nach) strikte(r) Trennung von Staat und Kirche, bleibe jedoch unter dem Banner der SPD unzulässig. Wie „vergiftet“ Gabriels Angebot war, stellte sich sogleich heraus; denn die Gruppe spaltete sich unversehens.

xtranews “Die vier Evangelisten und die laizistischen Sozialdemokraten“ vom 08.02.12

Die Damen und Herren der Gruppe sollten sich die Frage stellen, ob ihr Laizismus nun praktische oder symbolische Politik sein soll. Praktisch scheint in der SPD dieser Tage1) nahezu ausgeschlossen.

Wenn es symbolische Politik ist, dann hilft sie, das Bild der jetzigen SPD klarer zu zeichnen. Eine „Volkspartei“, die sich der Meinung eines Drittels der Bevölkerung mit Verboten verschliesst - nur weil dieses Drittel weniger laut und nachdrücklich in Erscheinung tritt.

Die Ähnlichkeit zur CDU wird damit noch geringer und immer deutlicher, dass die Krise der repräsentativen Demokratie nicht im Mangel an Interesse im Volk oder im Mangel an charismatischen Persönlichkeiten begründet liegt, sondern dass die Parteien selbst der Willensbildung und -ausübung im Wege stehen - einer immer größer werdenden Zahl von Menschen in diesem Land geht es um Themen und nicht um kafkaöse Partei-Organisationen mit Fraktionszwang, Dogmatismus und Arbeitsgruppen-Verboten.

Ja, es gibt „Parteien“, die eigentliche keine Partei sein wollen, sondern Themen in einer möglichst breiten Öffentlichkeit kontrovers debattieren wollen - eine schockierende, geradezu absurde Vorstellung, nicht wahr? Schließlich heißt es doch „Einigkeit, Recht und Freiheit“ - zuerst die Einigkeit, was davon übrig bleibt, wird durch das Recht beschränkt und was dann noch übrig bleibt, das nennen wir dann Freiheit…

Und ihr wundert euch, warum die Deutschen größtenteils so wenig begeistert sind von dieser Freiheit - für diese Freiheit, für die jeden Tag Menschen in anderen Ländern kämpfen und sterben?

1) Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde? fragte unlängst der SPDler Horst Isola seine Genossen - und niemand antwortete ihm…

Aktuell: Zur Wintersonnenwende

Auch wir sind z.Zt. mit den Vorbereitungen für die Mittwinter-Feiern beschäftigt - verzichten aber absichtlich und nachdrücklich auf die Elemente, die das Christentum diesem Fest aufgezwängt hat.

Das fällt nicht mal besonders schwer, da gerade das Christentum mit dem Fest der Wintersonnenwende so gar nichts anzufangen weiß, das „Fest der ewigen Wiederkehr“ passt nicht in diesen apokalyptischen, lebens- und naturfeindlichen Kult.

Bei uns gibt es einen immergrünen Baum (ja, im Zimmer - so viel „Zivilisation“ gönnen wir uns dann doch), ein Hexenhaus mit Süßigkeiten (das Märchen dazu fanden wir zu dämlich, um es zu erzählen), Väterchen Forst (wenn möglich in anderen als Coca-Cola-Farben), Lieder über die Schönheit von Winter und Schnee, einen Kalender, der die Tage bis zur Wintersonnenwende zählt: Wir feiern am 22.12. (oder 21.12. je nach dem), mit Geschenken, von Leuten, die an uns denken und uns mögen.

Keine Engel, keine Krippen, kein Weihnachtsmann, kein „Christkind“, kein Merchandising, kein billiger Hokuspokus, kein Angst-Einjagen, keine „bösen Kinder“, keine „guten Kinder“ - kein Unsinn, kein Bullshit.

Ein besinnliches Familienfest zu Beginn des Winters, wo man auf Schnee hofft, sich auf Schlittenfahren und lange Spiele- und Vorlese-Abende bei Kerzenlicht und Keksen im Kreise seiner Familie und Freunde freut.

Wer noch Geschenkidee braucht, kann bei den Spielen oder Büchern reingucken. Wir haben eine Liste mit Spielen und Hörbüchern bei Amazon zusammengestellt zum Informieren - kauft wenn möglich bei einem Laden um die Ecke. ;-)

Die alte Tante SPD hat was mit dem Pfaffen

Trennung von Kirche und StaatAuch innerhalb der ehemaligen Volkspartei ist der schleichende Einzug der Kirchen in die Politik nicht unentdeckt geblieben. Wie zum Beweis (des schleichenden Einzuges) ertönt auch umgehend auf die angekündigte Gründung eines Arbeitskreises für Laizisten und Konfessionsfreie das Gekreische von SPD-Größen wie Wolfgang Thierse (Vize-Präsident des deutschen Bundestages und Mitglied im Zentralrat der Katholiken) und des Thüringer SPD-Chefs und Theologen Christoph Matschie: Interessen von Konfessionsfreien zu vertreten sei überflüssig, so Matschie und die Kirche aus der Politik zu halten, würde die Partei einengen, meint Herr Thierse.

Initiator Nils Opitz-Leifheit hat seinen Lebensmittelpunkt in der Nähe von Stuttgart, ist dort SPD-Ortsvereinsvorstandsmitglied, parlamentarischer Berater und stellvertretender Vorsitzender der AWO Bezirk Württemberg und wird so mit Realitäten konfrontiert, auf die man in Berlin nicht so weiteres stößt. Und er stellt nun der “alten Tante” SPD die Frage: “Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.”

Aber nun steht die SPD tatsächlich vor der Gretchenfrage, ob sie ihre ethische Grundlage auch noch aus Humanismus und Aufklärung bezieht, oder sich ihre moralische Grundlage vollends aus christlichen Bezügen zu holen. Und Christen behaupten ja gern, es gäbe gar keine anderen.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Wer die Rolle und das Wirken der Kirche in Frage stellt, wird natürlich sofort diffamiert, hat aber letztlich das Grundgesetz auf seiner Seite, auch wenn es Deutschland nicht geschafft hat, die Trennung von Kirche und Staat in das Grundgesetz explizit aufzunehmen.

Der „kämpferische Atheismus“ ist eigentlich ein typisches Wortungetüm des Papstes, es ist lächerlich, uns so zu titulieren. Das soll sicherlich nur von einer sachlichen inhaltlichen Debatte ablenken.

Es geht uns nicht um eine Bekämpfung von Kirchen, sondern um einen weltanschaulich neutralen Staat. Und ein solcher sind wir ja eigentlich nach dem Grundgesetz, dies wird nur nicht genügend beachtet.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Und Nils Opitz-Leifheit kommt zu dem ebenso einzig möglichen wie offensichtlichen Schluss: Kirchliche Vorstellungen (von “religiösen” wollen wir gar nicht sprechen) sind in überwiegenden Teilen unvereinbar mit sozialdemokratischen Grundsätze und den Ansichten der meisten Sozialdemokraten:

Aber von Umgang mit Homosexualität, den schwierigen Fragen im Zusammenhang mit der Patientenverfügung, Sexualerziehung, vollwertigem Ethikunterricht für Konfessionsfreie bis zu Scheidungsrecht und Frauengleichberechtigung sehe ich noch sehr viele Fragen, in denen zumindest die Katholische Kirche (Wolfgang Thierse ist ja im Zentralrat der Katholiken) Lichtjahre von der klaren Mehrheitshaltung der Sozialdemokraten entfernt ist. Und da sollte man auch klar Position beziehen und nicht Kircheninteressen zuliebe still halten.

Nils Opitz-Leifheit: SPD-Laizisten: "Einfach nur auf der Höhe der Zeit"

Nur verhindern Traditionsblindheit und Trägheit bei vielen diese Einsicht. Wir werden die Bemühungen von Herrn Opitz-Leifheit verfolgen, es wäre ihm und seiner ehemaligen Volkspartei zu wünschen, dass er Erfolge verzeichnen und Bewusstsein schaffen kann.

AOK-Familienstudie 2010: Beten für Kinder gesund?

Grassierende Gotteswahn im Gesundheitswesen Dass ein geregelter Tagesablauf nicht ungesund sein wird, dürfte für jeden mit ein ganz klein bisschen Menschenverstand (und/oder einer Verdauung) nicht überraschend sein. Sogar die jüngste AOK-Familienstudie bestätigt das - und noch mehr

Laut der AOK-Familienstudie sind Kinder deutlich seltener übergewichtig oder fettleibig, wenn ihre Eltern regelmäßig mit ihnen frühstücken und essen, spielen oder basteln, sie nach festen Abläufen zu Bett bringen, geordnet etwas Zeit ausschließlich den Kindern widmen oder auch mit ihnen beten.

Ärzteblatt: Vorbildfunktion wichtig für Kindergesundheit

Sagt das Ärzteblatt - in der Studie der AOK (PDF) steht von „beten“ aber kein Wort! Das hat sich das Ärzteblatt mal fix so dazugedacht…

Im Sinne der Gesundheit unserer Kinder ist dann ganz klar: Alle zum Islam konvertieren - die beten mehr!

Und den unsinnigen tendenziösen Pressequatsch werden wir dann auch gleich los!


Im Ernst: Hier geht's nicht wirklich um Werte, sondern nur noch um sinnentleerte, ins Kinderhirn eingehämmerte Rituale - beten kann ja nicht schaden. Hände waschen, Hirnchen waschen - was dem Kind bleibt, ist ein vages Gefühl, eine Assoziation, welche später ein Einfalltor bildet für jede Art von Esoterik/Religion/Gotteswahn.

Pfeifen im Walde? Krakeelen im Kielraum!

Da gibt es eine Partei, die es gerade in einem kleinen Land über die 5%-Hürde geschafft hat. Diese Partei ist eine kleine Partei. Sie hat ein kleines Themenspektrum. Wer lange sucht, findet in ihrem nicht gerade kleinen oder übersichtlichen Daten-Wust im Internet die eine oder andere Erwähnung des Laizismus, sogar einen angenommenen Antrag zum Laizismus. Nein, Teil des offiziellen Parteiprogrammes ist das noch lange nicht.1)

Der Untergang des Abendlandes ist nah - Laizismus an Bord des Piratenschiffes!Damit ist diese kleine Partei in Deutschland die einzige Partei, die für weltanschauliche Neutralität des Staates, für wirkliche Glaubensfreiheit, für Laizismus in Deutschland eintritt. Dieses in der Realität umzusetzen dürfte nicht leicht werden, der Filz zwischen Staat und Kirche ist kräftig und die meisten Volksvertreter sehen zumindest keine Veranlassung, es sich mit der Kirche zu verscherzen, um es mal milde auszudrücken.

Wer würde diese kleine Partei wohl als Bedrohung ansehen? Die Kleriker? Nein, nicht doch - nicht in einem demokratischen Staat, in dem alle anderen Parteien nahezu geschlossen der Kirche ihren Sonderstatus belassen wollen! Könnte man denken… läge man aber falsch mit - die klerikale Propaganda tönt lautstark: Laizismus ist nicht möglich, dafür ist der Filz viel zu stark!

Die Forderung der Piratenpartei nach strikter Trennung von Staat und Kirche hat nach Ansicht von Parteienforschern wenig Chancen auf Verwirklichung. Die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Kirchen und Staat seien „Teil der politischen Kultur in Deutschland“.

Für eine Änderung der Verträge zwischen Kirchen und Staat werde die Piratenpartei weder eine parlamentarische noch eine gesellschaftliche Mehrheit finden.

evangelisch.de: Piraten-Forderung zu Kirchen "nicht durchsetzbar"

Eine gesellschaftliche Mehrheit für Verträge von 1803? Eine gesellschaftliche Mehrheit für Vereinbarungen mit den Nationalsozialisten? Eine gesellschaftliche Mehrheit für mittelalterliche Pfründe? Eine gesellschaftliche Mehrheit für Staatsreligion? Eine gesellschaftliche Mehrheit für totale Undurchsichtigkeit der Kirchenfinanzen? Eine gesellschaftliche Mehrheit für die staatliche Bezahlung zehntausender Männern in seltsamen Kleidern? Eine gesellschaftliche Mehrheit für Vertuschung von Kindesmissbrauch in der Kirche?

Nein, dafür gibt es keine gesellschaftliche Mehrheit - es interessiert die meisten nur nicht genug, dass sie sich darüber aufregen würden. Das wird erst anders, wenn das Geld knapper und offensichtlich wird, wohin die Steuermillionen fließen - und selbst die nicht sonderlich kirchenkritischen Öffentlichen-Rechtlichen Fernsehanstalten haben jetzt doch tatsächlich was raus gefunden: Es gibt “Die heimliche Kirchensteuer” - nur ca. ein Jahr nach Carsten Frerks “Violettbuch Kirchenfinanzen”, aber immerhin!

Hier nochmal in Gänze aus dem Grundsatzprogramm der Berliner Piraten:

Freiheit und Vielfalt der kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Einstellungen kennzeichnen die modernen Gesellschaften. Diese Freiheiten zu garantieren, ist Verpflichtung für das Staatswesen. Dabei verstehen wir unter Religionsfreiheit nicht nur die Freiheit zur Ausübung einer Religion, sondern auch die Freiheit von religiöser Bevormundung. Wir erkennen und achten die Bedeutung, die individuell gelebte Religiosität für den einzelnen Menschen erlangen kann. Die weltanschauliche Neutralität des Staates herzustellen, ist daher eine für die gedeihliche Entwicklung des Gemeinwesens notwendige Voraussetzung. Ein säkularer Staat erfordert die strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen; finanzielle und strukturelle Privilegien einzelner Glaubensgemeinschaften, etwa im Rahmen finanzieller Alimentierung, bei der Übertragung von Aufgaben in staatlichen Institutionen und beim Betrieb von sozialen Einrichtungen, sind höchst fragwürdig und daher abzubauen. Im Sinne der Datensparsamkeit ist die Erfassung der Religionszugehörigkeit durch staatliche Stellen aufzuheben, ein staatlicher Einzug von Kirchenbeiträgen kann nicht gerechtfertigt werden.

Grundsatzprogramm der Berliner Piraten (PDF)

TL;DR: Piratenpartei in Berlin hat Laizismus im Programm - christliche Propaganda erklärt prompt Laizismus für unmöglich.

1) Leider wird das Konzept der “Verlinkung” bei den Piraten nur sehr begrenzt angewendet - Links von Anträgen auf Beschlüsse gibt’s z.B. nicht. Und wer wissen will, wie es auf dem letzten Bundesparteitag zuging, kann sich bei Dirk Hillbrecht schlau machen - Spoiler-Alarm: Es motiviert einen nicht unbedingt, der Partei beizutreten.

Christliche Unterwanderung - LINKE Zukunftsperspektiven, total gläubig

Wenn nicht die Linken, wer dann?Normalerweise vergeude ich keine Zeit mit der klerikalen Propaganda, aber wenn uns Herr Gysi mal wieder einen so tiefen Einblick in das LINKE Herz gibt, dann mache ich mal eine Ausnahme: Gregor Gysi: Benedikt XVI. – der ‚Theologe der Moderne’

DIE LINKE…muss man erst mal sacken lassen… Warum erzählt Gregor Gysi „so etwas“? Ein Theologe der Moderne? Ein Exorzist der Moderne ist er zumindest ganz sicher. Hat Herr Ratzinger von der desaströsen katholischen Sexualmoral abgelassen, hat er den unendlichen Reichtum seiner Kirche verwendet, um den Armen zu helfen, hat er sich und seine Organisation dem Gerichtshof für Menschenrechte unterstellt, um die Vergewaltigungen, Sklaverei und Gewalt in der katholischen Kirche auszumerzen, hat er den Alleinigkeitsanspruch seines Kultes widerrufen oder hat er eine globale Konferenz für „Eine Welt“ ins Leben gerufen? …mal kurz googeln… Nee, hat er nicht.

Wenn Gysi die Jesus-Freaks in seiner Partei nicht verärgern will, die überall verbohrte, atheistische Genossen sehen, warum biedert er sich dann bei Ratzinger an? Wenn Gysi nachts nicht schlafen kann, weil er sich um das Seelenheil seines Genossen Ramelow sorgt, warum biedert er sich dann beim Papst an? Die einen akzeptieren nur ihre Jesusse und Bodo gehört nach Ratzingers Aussage einer Sekte an…

Gibt es wirklich eine Schnittmenge von LINKEn und Papst-Fans? Gruselige Vorstellung…

Oder ist Gysi wirklich so zynisch zu glauben, dass Menschen Gängelung und Unterdrückung brauchen? Und wenn's nicht mehr die Partei macht, dann muss es halt die Kirche machen. Zitat Gysi: „In einer gottlosen Gesellschaft gehen alle Wertmaßstäbe verloren.“

Fragt man sich, was der Mann an der DDR gemocht hat - den Versuch des Sozialismus oder den Erfolg des Totalitarismus?

…und so was sind in Deutschland „Linke“? Was kommt als nächstes? Gottesdienste für Autonome und Anarchisten?

Unterm Strich: Die LINKE hat noch einen Bereich gefunden, in dem sie sich unmöglich machen kann und sicher stellt, dass sie auch in den nächsten Jahren nicht mehr als selbstzerfleischenden Debatten über's Liebäugeln mit dem Totalitarismus leisten muss.

In Deutschland gibt es faktisch keine „linke“ Partei.

Mehr zum Thema: Laizismus.

Irischer Premier spricht die Verbrechen der katholischen Kirche laut aus

Von der deutschen Journaille nahezu unbeachtet, hat der irische Premier deutliche Worte gefunden für die Verbrechen, die in der katholischen Kirche geschehen sind und weiter geschehen: Vergewaltigung, Folter und Sklavenarbeit. Der Vatikan vertuscht und verschleiert, wie er nur kann (und er kann, lange Übung darin).

Irland attackiert Vatikan: „Kindesmissbrauch wurde… Cloyne Report; Perhaps now Home Rule- not Rome Rule?
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Der sogenannte Cloyne-Report war die vierte größere Veröffentlichung innerhalb von sechs Jahren über das Vertuschen von Missbrauch in der katholischen Kirche in Irland. In der Diözese Cloyne war Bischof John Magee tätig, dessen Rücktritt Papst Benedikt XVI. im Vorjahr akzeptiert hatte. Ihm war nachgewiesen worden, die Untersuchungen fehlgeleitet zu haben. Außerdem wurden ihm „Fehler beim Schutz von Kindern” vorgeworfen.

Wiener Zeitung vom 21.07.2011: Schwere Vorwürfe gegen den Vatikan

Und Deutschland? Unabhängige Ermittler für Kirchenverbrechen?

Unabhängige Ermittler für KirchenverbrechenIn Deutschland sieht das auch nur auf den ersten Blick besser aus - zwar sind die Ankündigungen vollmundig, der „Große Aufklärer“ Christian „T.“ Pfeiffer, seines Zeichens Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, ist allerdings hinlänglich bekannt, als “Geißel der Talkshows“. Ach, und hier ist seine Predigt in der Kreuzkirche Hannover vor der Evangelischen Studentengemeinde vom 17. Januar 1999 - so sieht in Deutschland ein unabhängiger Ermittler aus.

Na danke…

Trennung von Staat und Kirche für Sozialdemokraten tabu

Mal vom „Arbeitskreis Laizismus“ gehört? Bei der SPD? Vermutlich nicht - das mediale Echo war gering, intern hat's dafür aber satt Prügel gegeben - trotz der Tatsache, dass rund ein Drittel der 500.000 SPD-Mitglieder konfessionsfrei1) sind.

Das war so: Nils Opitz-Leifheit dachte sich, dass die Trennung von Staat und Kirche ein demokratisches Grundprinzip ist und musste voller Schreck feststellen: Die alte Tante SPD hat was mit dem Pfaffen! SPD-Urgestein Horst Isola sah das ähnlich und fragte sich und seine Genossen: Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde? Seine Genossen, nicht wenige hohe Kirchenfunktionäre, erinnerten sich sehr wohl! Allerdings an eine weitere alte Tradition der SPD…

Selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin kann sich den Spott nicht verkneifen und kommentiert am 09.05.2011 den einstimmigen Beschluss des Parteivorstandes der SPD, die Gründung des Arbeitskreises abzulehnen:

Den Wunsch nach Gründung einer laizistischen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD lehnten die Spitzengenossen ab. Einstimmig. Ohne große Debatte. Wär' ja noch schöner.

Spiegel Online vom 09.05.2011

Und so singen nun auch die Laizisten im großen Chor mit: “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Nicht mitsingen tut weiterhin Thilo Sarrazin.

1) Quelle: DerWesten vom 10.05.2011 “SPD will Verhältnis zur Kirche nicht ändern

Atom-Ethikkommission? Nicht ohne Gottesdiener!

Theologen sind die einzigen Experten ohne Ahnung von ihrem Forschungsobjekt - Karlheinz Deschner.Angie, unser Sonnenschein aus blühenden Ostlanden, das immer lächelnde und ewige Pfarrerstöchterlein, hat nun eine Ethikkommission einberufen, um so zu tun, als würde ihr die Atomangst ihrer Untertanen zu Herzen gehen. Unter zahlreichen mehr oder minder Qualifizierten finden sich auch drei Vertreter christlicher Kirchen: Ulrich Fischer, Alois Glück und Reinhard Marx. Was qualifiziert die Herren Kleriker? Das Weltbild unserer Bundeskanzlerin:

„Wir sollten Ehrfurcht haben vor der Natur“, fuhr Merkel fort und fügte hinzu: „Jawohl wir wissen, dass wir auch ein Stück weit in Gottes Hand sind.“

Nach Erdbeben in Japan: Merkel lässt deutsche Atomkraftwerke prüfen (12.03.2011)

Ehrlich? Die Komission ist nicht dazu geschaffen worden, was zu ändern, sondern die öffentliche Aufmerksamkeitsspanne zu überbrücken. Der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat schon längst das ganze Getue als Wahlkampf-Taktik geoutet.

Aber wie wäre es denn, Herr Landesbischof Fischer, Herr Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Glück, Herr Erzbischof Marx, wie wäre es, wenn sie ihren Einfluss einmal zu etwas Gutem einsetzen würden? Überraschen sie uns Religions- und Kirchen-Kritiker! Uns die Ihnen immer noch ihre Verbrechen aus den letzten 2000 Jahren vorhalten.

Empören Sie sich, wie es ihre zahlreichen Schäflein tun. Seien sie ein Sprachrohr der Gemeinschaft der Gläubigen. Trauen Sie sich das?

Was ist eigentlich so in Stuttgart los?

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Georg Schramm (Einzelkämpfer, Psychologe und Kabarettisten). Respekt, Stuttgart. Respekt, Herr Schramm. Danke, dass Sie die Rolle der Journaille nicht vergessen haben.

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Victor Hugo

Spring auf, Spring auf - strauchelt die Linke doch nicht am Maulwurfshügel?

Wenn nicht die Linken, wer dann?Bringen wir es auf den Punkt: Die LINKE hat Angst. Angst irgend jemandem auf die Füße zu treten. Ausser vielleicht den bösen Kapitalisten. Die LINKE möchte nicht so aussehen wie die SED. Verständlich - auch wenn es heute schon eine ganze Reihe von Leuten (wahlberechtigt) gibt, die nicht wissen, was denn die SED ist. Egal. Aber die LINKE sollte bemüht sein, wie eine Partei auszusehen. Wenn möglich, wie eine Partei, die Gleichheit und Gerechtigkeit ernst nimmt.

DIE LINKEZur Zeit streiten die LINKEN - untereinander - wie man es denn so mit der Trennung von Staat und Kirchen halten soll. So fernab von allen “ideologischen Grundsätzen” - wo kämen wir dahin, wenn man plötzlich solche schrecklichen starren Grundsätze hätte, auf die man sich berufen könnte, so als festen Konsens und nicht alles zum Einzelfall relativieren und gepflegt zerreden könnte, bis es keinen mehr interessiert und der Handlungsdruck weg ist!?

Frisch, fromm und flau vorgelegt findet der Entwurf “lieblieb” erstaunlicherweise Widerworte - Jesusmaria, glauben wir denn nicht alle an den lieben Gott, Genossen?

Gerüttelt wird weder an der Kirchensteuer noch am Religionsunterricht, von dem lediglich verlangt wird, er müsse die 'wechselseitige Toleranz der Glaubensgemeinschaften fördern'.

Gegen so viel Zurückhaltung formiert sich nun massiver Widerstand. Als 'insgesamt diffus, unterwürfig, redundant und ohne eigenständige, erkennbare Richtung' werden die religionspolitischen Formulierungen in der parteiinternen Online-Debatte zum neuen Programm kritisiert.

Süddeutsche vom 09.03.2001: Linke streitet über Laizismus

Bei den LINKEN gibt es nämlich noch solche Leute wie Raju Sharma, so ein Ungläubiger linker Unruhestifter Genosse, der Laizismus für eine gute Idee hält (wie eine Menge gläubiger Menschen übrigens auch).

Raju Sharma hat zusammen mit der Vize-Vorsitzenden Halina Wawzyniak einen alternativen Programmentwurf vorgelegt, in dem eine Gesellschaft gefordert wird, 'in der bei einer klaren Trennung von Staat und Kirche alle Religionen gleichermaßen geschützt sind', die Kirchensteuer abgeschafft, Kruzifixe und andere religiöse Symbole aus allen öffentlichen Gebäuden verschwunden sind - ebenso wie der Bezug auf Gott aus der Verfassung.

'In dieser Gesellschaft hat Gott einen Platz in den Herzen der Menschen, die an ihn glauben, nicht aber in der Präambel des Grundgesetzes', heißt es im alternativen Entwurf. Staat und Kirche seien in Deutschland 'zu sehr verbandelt', klagt Sharma. Linken Widerstand dagegen hält er für selbstverständlich: 'Ein demokratischer Sozialismus, der auf Pluralismus aufbaut, braucht Laizismus.'

Süddeutsche vom 09.03.2001: Linke streitet über Laizismus

Da bangt der Genosse Bodo Ramelow (2011 Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag) denn auch schon mal um sein Seelenheil und geht in die Knie.

Angesichts der Geschichte der SED empfiehlt Ramelow seiner Partei, sich jeder 'Attitüde, die antikirchlich daherkommt' zu enthalten. 'Wenn der Laizismus das Einstiegsportal ist für den Atheismus, und wir uns zu einer atheistischen Partei wandeln', warnt Ramelow, 'dann bin ich schneller draußen als irgendwer glaubt, dass ich meine Seele belaste.'

Süddeutsche vom 09.03.2001: Linke streitet über Laizismus

Mal ganz ehrlich, Herr Ramelow - wenn Sie das, was Sie für ihr “Seelenheil” halten, von einer Institution wie der christlichen Kirche abhängig machen, was zur Hölle haben sie dann gegen das Großkapital und den Kapitalismus?

Unterm Strich: Wenn die LINKE sich nicht endlich traut, ein eigenes, streitbares demokratisches Profil zu entwickeln, welches sich nicht erschöpft in träumerischen Sozial-Forderungen, deren Durchsetzung ihnen - zumindest zur Zeit - sowieso niemand ausserhalb der eigenen Reihen zutraut, dann wird sie jenseits der Talkshows bedeutungslos werden. Was bedauerlich wäre, da ihre Forderungen von weitaus mehr Wählern unterstützt werden als sie dann wählen. Fragt euch mal warum und sagt nicht gleich, der Kommunismus ist Schuld.

Mehr zum Thema: Laizismus.

We are all connected - Neil deGrasse Tyson

Einfach, weil's so gut ist:

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So that we are all connected to each other biologically, to the earth chemically and to the rest of the universe atomically. That’s kinda cool! That makes me smile and I actually feel quite large at the end of that. It’s not that we are better than the universe, we are part of the universe. We are in the universe and the universe is in us.

Neil deGrasse Tyson

Schade, dass es von ihm nichts auf Deutsch gibt.

Hier in Deutschland bringt uns der Protestant Harald Lesch diese „langweilige“ (Zitat Lesch) Materie näher…

Und wir wundern uns, warum die Kinder Wissenschaft langweilig finden?

Nur die Fakten: Religionszugehörigkeit 2010

Da das Thema immer mal wieder auftaucht, hier mal die Zahlen für 2010. Das ist nur eine Hochrechnung, genauere Zahlen sollten bald verfügbar sein: Die christlichen Kirchen lassen ihre Schafe zum besseren Melken demnächst vom Staat zählen. Also: Austrittsurkunden bereithalten! ;-)

[Video] Evolution Made Us All

Englisches Kinderlied. Monty Python hatten es vor ca. 40 Jahren schon mal umgedichtet1), aber diese Version ist auch recht gelungen. Und - bis auf die von Herrn Hillman - rechtefrei.

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Gibt es sowas auf Deutsch? Haben wir nicht genügend Liedermacher? Oder segeln die lieber auf der Fuzzy-Fidelity-Welle?

1)

All things dull and ugly,
All creatures short and squat,
All things rude and nasty,
The Lord God made the lot.

Each little snake that poisons,
Each little wasp that stings,
He made their brutish venom.
He made their horrid wings.

All things sick and cancerous,
All evil great and small,
All things foul and dangerous,
The Lord God made them all.

Each nasty little hornet,
Each beastly little squid–
Who made the spikey urchin?
Who made the sharks? He did!

All things scabbed and ulcerous,
All pox both great and small,
Putrid, foul and gangrenous,
The Lord God made them all.Monty Python, All Things Dull And Ugly

Blasphemie-FAIL dank Google

Screenshot der Google Ads auf dem "Blasphemieblog reloaded" Huh, da sollte Google doch vielleicht etwas nachbessern…

Wenn all die pösen Atheisten darauf klicken - das könnte teuer werden (entsprechenden Größenwahn des „Inserenten“ vorausgesetzt).

· 2011/01/21 00:08 · Hilmar Kolbe

Der Gotteswahn des deutschen Journalismus

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Schöner Beitrag von Zapp (Magazin) über den Glauben in der bundesdeutschen Journaille: Günther Jauch, Peter Frey (Hauptstadtstudio-Leiter ZDF und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Bettina Schausten (Innenpolitik-Chefin ZDF), Peter Hahne, Gisela Friedrichsen (Spiegel), Matthias Drobinski (Süddeutsche), Andreas Englisch (BILD),

Prof. Dr. theo. Karl Gabriel erklärt das verstärkte Sendungsbewusstsein der Gläubigen und auch, dass die Nicht-Gläubigen in den Medien arg unterrepräsentiert sind. Auch nicht verwunderlich ist die Darstellungen von nicht-christlichen Glaubengemeinschaften in der deutschen Presse: Es gibt gute und böse Religionen - das Moslem-Bashing des Spiegel und Stern ist geradezu notorisch und auch schon bei Hagen Rether Teils seines Programmes geworden.

Elmar Theveßen, stellv. Chefredakteur ZDF fordert dann, dass Journalismus „religionsblind“ sein soll - angesichts der Zustände in seinem eigenen Sender ist das realitätsblind. Und wenn Herr Theveßen dann auch noch vor der katholischen Akademie solche Sätze raushaut wie: „Gottlose Gesellschaften sind fruchtbarer Boden für politischen und religiösen Extremismus, die Diktatur des Relativismus ist sein Dünger“ - dann ist offensichtlich, wie glaubwürdig der stellvertretende Chefredakteur des ZDF ist.

Den Titel unserer Reihe „Christliche Unterwanderung“ verdanken wir dem „berufenenem“ Munde des Joachim Meisner, seines Zeichen Kardinal:

Wir müssen die säkulare Welt christlich unterwandern, d.h. es darf kein Haus geben ohne eine solche Zelle, ohne einen solchen Brückenkopf von dem aus der Herr die Welt unterwandert, erobert, durchsäuert.

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln: Vortrag am 24.03.2010: „Geh“ – Unsere Sendung

Man kann dem Mann bestätigen, dass sie schon weit gekommen sind.

Artikel zur christlichen Unterwanderung

We wish you a sol invictus

Nachdem wir letztes Jahr mal genauer geschaut hatten, wer am 25. Dezember nun was zu feiern hat, dieses Jahr eine genauso simple wie scharfsinnige Analyse von Kurt Tucholsky:

Die meisten Menschen feiern Weihnachten, weil die meisten Menschen Weihnachten feiern.

Kurt Tucholsky

Wir feier(te)n Mittwinter, das Fest der Wintersonnenwende - ideologie- und aberglauben-frei.

Nachtrag: Auch wenn Pat Condell aus kulturellen Gründen „Christmas“ feiert, so kommt doch von ihm der Vorschlag „Solstice“ zu feiern!

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Laizismus ist Grundlage der Demokratie

Spring auf, spring auf - LILA Socken? Jo mei, wenn's schee macht!

Neu mit auf dem „Zug der Laizisten“ ist die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern, „Linke LaizistInnen (LILA)“

Schöne Sache, wir erinnern uns, dass Raju Sharma erst vor Kurzem ein recht düsteres Bild in seiner Partei DIE LINKE hinsichtlich des Laizismus zeichnete (wir fragten: Spring auf, spring auf - Rote Socke, warum springst Du nicht?). Und hier kommt aus direkt aus der Hochburg des Gotteswahns ein Lebenszeichen der Vernunft:

Laizismus ist ein bewährtes Leitmotiv für eine saubere Trennung von Staat und Kirche. Alle demokratisch nicht haltbaren Privilegien müssen abgebaut werden. Sauber und ohne wenn und aber. Da Laizismus als Grundpfeiler einer Demokratie perfekt in unsere politischen Vorstellungen passt, möchten wir Euch herzlich einladen, unsere Bemühungen als Mietglieder oder Interessenten zu unterstützen.

Gründungsversammlung LAG LINKE LaizistInnen (09.11.2010)

Das klingt doch schon mal ganz gut - wie gehabt: Auf den Gegenwind kommt’s an! Bislang ist's still bei euch geblieben, die FDP bekommt eine Menge mehr Aufmerksamkeit. Gutes Zeichen?

FDP: Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild

Die Bundestagsabgeordneten Marco Buschmann (katholisch, Vorsitzender der AG Recht der FDP-Bundestagsfraktion), Christian Lindner (Generalsekretär der FDP), Stefan Ruppert (evangelisch, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der FDP-Bundestagsfraktion), Serkan Tören (Integrationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) und Johannes Vogel (Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) haben 'Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild' verfasst.

Der Absatz 2 dieses Dokumentes enthält sehr klare Worte über die von rechts-konservativen Kreisen gepflegten Fiktion des „christlich-jüdischen Abendlandes“ als Wertegrundlage (bislang hatte sich erst Horst Isola von der SPD ähnlich klar dazu geäußert).

2. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland kann kein integratives Leitbild sein. Zwar enthält sie viel Wahres über die europäische Geschichte. Das Grundgesetz verlangt jedoch nach einem Leitbild, das unabhängig von der Religion oder persönlichen religiösen Überzeugungen ist. Zudem wissen wir, dass viele, die sich in Deutschland integrieren wollen und sollen, weder Juden noch Christen sind. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland kann daher als Ausgrenzungsformel missverstanden werden. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland ist auch als Beschreibung unserer Vergangenheit nicht vollständig. Unsere abendländische Kultur ist nicht ohne die Errungenschaften vorchristlicher Zeit und der Aufklärung denkbar: Die Wurzeln unserer Vorstellungen zu Gerechtigkeit und Herrschaftslegitimation finden sich bereits im alten Ägypten. Demokratie als Staatsprinzip wurde im heidnischen Griechenland geboren. Republikanismus als staatsbürgerliches Selbstverständnis wuchs im heidnisch-synkretistischen Rom der Antike. Die Aufklärung durchdringt unser heutiges Verständnis von Staat und Gesellschaft, von der Rolle des Individuums und der Religionen. Sie erhebt die Toleranz zur Bürgertugend. Zum Erbe der deutschen Aufklärung gehört unbestreitbar Lessings Ringparabel. Sie kennt drei Ringe, die für Christentum, Judentum und Islam stehen. Diese pointierte Formulierung der Toleranzidee ist die Grundlage für das religiöse Zusammenleben in unserem Land.

Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild

Volltext als PDF

Die Reaktion klerikaler und von Klerikalen beeinflusster Kreise ist heftig, auf die Zukunft des Dokumentes darf man gespannt sein.

Spring auf, spring auf - Achtung Freie Demokraten nehmen Anlauf!

Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Fulminanter Anlauf der Freien Demokraten! …wenn wir sie nicht schon so häufig hätten straucheln sehen.

Hatte man ja nicht wirklich mit gerechnet: Einige Liberale erinnern sich an ihre liberalen Grundwerte und an historische Tatsachen.

Die Bundestagsabgeordneten Marco Buschmann (katholisch), Christian Lindner, Stefan Ruppert (evangelisch), Serkan Tören und Johannes Vogel haben 'Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild' verfasst. Online noch nicht zu finden, aber die Süddeutsche hat Auszüge:

'Das Grundgesetz verlangt jedoch nach einem Leitbild, das unabhängig von der Religion oder persönlichen religiösen Überzeugungen ist'

[..]

Der Bezug auf ein christlich-jüdisches Abendland sei auch historisch unvollständig, weil zu den Wurzeln der abendländischen Kultur auch Errungenschaften aus vorchristlicher Zeit wie das griechische Demokratieprinzip und republikanische Vorstellungen aus der Zeit der Aufklärung gehörten.

[..]

Über Integration müsse mit kühlem Kopf diskutiert werden, um sowohl fremdenfeindlichen Reflexen wie auch 'verklärender Problemblindheit' vorzubeugen.

sueddeutsche.de: FDP beanstandet christliches Leitbild

Das ist nicht viel, aber unter den gegebenen Umständen hinsichtlich des Laizismus in Deutschland ist das doch beeindruckend. Schauen wir mal, liebe FDPler, wie viel Haue aus den eigenen Reihen ihr bekommt und wenn dann noch was übrig ist, sehen wir, wie ihr das gegen euren Koalitionspartner, die Erfinder und Verteidiger der Lüge „christlich-jüdisches Abendland“, die Christdemokraten, durchsetzt - das war in der Vergangenheit nicht gerade eure starke Seite.

Und ehrlich, mit solchen Freiheits-Granaten wie eurem stellv. Fraktionsvorsitzenden, unserem aktuellen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, der Wikileaks mit der Stasi vergleicht, weil da so viele Daten gesammelt werden, sehe ich da ich da Schwarz. Ganz Schwarz. Kein Gelb.


UPDATE: In Bild am Montag (auch als „Spiegel“ bekannt, treffender „EhNaMag“1)) wird FDP-Generalsekretär Christian Lindner noch deutlicher zitiert und passend zum Titel „FDP provoziert Kulturkampf“ auch gleich zum „General“ erhoben:

Schon im Oktober hatte FDP-General [sic!!!] Lindner in einem Gastbeitrag für die „FAZ“ kritisiert, dass in der Integrationsdebatte „zu viel von Religion und zu wenig von Republik“ die Rede sei. Das Christentum sei nicht die deutsche Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger. Lindner prangerte in dem Artikel auch an, dass die öffentliche Hand jährlich Donationen an die christlichen Kirchen zahle. Zugleich hatte er in der aktuellen Zuwanderungsdebatte eine „republikanische Offensive“ verlangt und damit die säkulare Haltung der FDP unterstrichen.

EhNaMag: FDP provoziert Kulturkampf

Herr Lindner scheint es ernst zu meinen - aber er muss auch Ernst machen. Große Worte von der FDP hören wir ja nun nicht gerade selten…

UPDATE (10.12.2010): Hier die Endversion von Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild (PDF). via Johannes Vogel

1) Ehemaliges Nachrichten Magazin

Warum gibt's nicht "Tatort Kirche"?

Den reiche ich einfach mal so durch - Felix von Leitner (a.k.a. fefe) ist vermutlich ohnehin der Hauptgrund, das Bloggen dereinst aufzugeben.

Über 8000 Menschen haben sich bei der Missbrauchs-Betroffenenhotline für die katholische Kirche gemeldet. Auffallend an der Meldung ist, wie sie zu vermeiden versuchen, das Wort „katholisch“ zu erwähnen. Der jüngste Betroffene war 8, die älteste 81.

Wieso haben wir eigentlich eine Sendung „Tatort: Internet“ und nicht „Tatort: Kirche“?

fefe am 26.11.2010

Die Mainpost vermeidet in der Tat die Nennung der katholischen Kirche bis auf einen einzigen Satz:

Kirchliche Einrichtungen, ganz besonders der katholischen Kirche, sind hinter den Familien der zweithäufigste Tatort, stellten nicht nur Bergmanns Begleitforscher fest.

Mainpost: An der Hotline stehen die Telefone nicht still vom 26.10.2010

Wir hatten darüber bereits berichtet und den „Sinneswandel“ von Frau zu Guttenberg hinreichend bedauert:

Spring auf, spring auf - Rote Socke, warum springst Du nicht?

Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Heute: LINKE? Springt nicht? Nee, springt nicht!

Huch, die rote Socke hält das Knie gebeugt - wie kann denn das sein? Frag ich mich und fragt sich auch Raju Sharma, der z.Zt. für die LINKE im Bundestag sitzt und auch deren religionspolitischer Sprecher ist. Die Antwort liegt nah und ist eine der Kernkompetenzen der Kirchen: schlechtes Gewissen!

in unserer politischen Arbeit hat die LINKE nur wenig dafür getan, damit das laizistische Prinzip konsequent umgesetzt wird. Die Zurückhaltung mag damit zu tun haben, dass DIE LINKE zu Recht bemüht ist, das Vertrauen der Religionsgemeinschaften zurückzugewinnen, das durch die SED und das durch sie begangene Unrecht an Kirchen und Gläubigen zerstört wurde.

Raju Sharma: Gretchenfrage für die LINKE

Und beliebt macht man sich damit natürlich auch nicht, schon der an Jahren und Erfahrung reiche Horst Isola von der SPD (a.k.a. “Verräterpartei”, den Kosenamen hat sie von den alten Linken) musste voller Verzweiflung feststellen, dass viele Deutsche der kirchlichen Propaganda erlegen sind und Menschenwürde fälschlicher- und völlig sinnwidrigerweise mit der blutrünstigsten aller Religionen, dem ausgesprochenen historischen Feind jedes Humanismus, dem Christentum assoziieren und fragt sich: Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde?, Zitat:

Menschenwürde ist eben keine Erfindung des Christentums, sondern geht auf die antiken Stoiker zurück. Und die Menschenrechte wurden in der Französischen Revolution gegen eine »gottgewollte« Monarchie durchgesetzt. Noch bis in die 1950er Jahre nannten deutsche Kleriker die Menschenrechte eine »liberalistische Verirrung«, und Papst Benedikt spricht von einer bloßen »Lehre«. Trotzdem neigen neuerdings auch Sozialdemokraten dazu, Religion als Grundlage unserer Demokratie zu propagieren.

Horst Isola: Mehr Republik! ZEIT vom 30.10.2010

Und was machen die Leute LINKS von der SPD?

Auch dieser Frage muss sich DIE LINKE stellen: Sind wir uns einig, dass wir als Fundament der für uns alle gültigen Werte den Humanismus sehen, oder beziehen wir uns auch auf das Christentum?

Raju Sharma: Gretchenfrage für die LINKE

Doch nicht nur Werte-Fragen, auch solche der Finanzierung, des Strafrechtes, der Zwangstaufe, der Einflussnahme in Schule und Medien und vor allem bei den sog. “Staatsleistungen” (Viel Geld für die Kirche, weil’s die Kirche ist - Entscheidung von 1803 und Adolf Hitler, das sind Ewigkeitsklauseln, da kann man nichts machen - Haha! 1) will Herr Sharma geklärt haben.

Doch die LINKE ist da eher zögerlich. Kommt einem jetzt nicht unbekannt vor. Wie kommt’s, ihr Socken? Schon vergessen wer das ist, die KIRCHE? Das sind die, die den Faschismus und den Nationalsozialismus unterstützt und gefördert haben, um den Kommunismus auszuradieren, EUCH. Lernt von denen doch zumindest, mit historischen Verantwortungen so umzugehen, dass es einen nicht handlungsunfähig macht.

Im Herbst 2011 beschließt die LINKE ihr Grundsatzprogramm - ich habe so meine Zweifel, Herr Sharma auch:

DIE LINKE braucht eine klare Haltung, wie sie zur Religion steht – wie ernst es ihr ist mit der Trennung von Staat und Kirche, mit einer konsequenten Gleichbehandlung aller Glaubensrichtungen inklusive des Nichtglaubens, mit dem Bekenntnis zum Humanismus als Grundlage unserer Gesellschaft. Im Entwurf ist diese Klarheit bisher nicht zu finden.

Raju Sharma: Gretchenfrage für die LINKE

…denn wie sagte es schon das LINKE Urgestein2) so schön:

In einer gottlosen Gesellschaft gehen alle Wertmaßstäbe verloren.

Gregor Gysi

Herr Sharma, schauen Sie doch bitte mal zu Ihrer Linken, da kommt gerade ein Piratenschiff vorbei ….da war nichts.

Spring auf, spring auf... Hello Sailor, Herr Pirat?

Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Heute: Piraten?

Nach einem, zumindest am 2. Tag, politisch beeindruckenden Parteitag haben die Piraten eine Menge linker und liberaler Themen in ihr Parteiprogramm aufgenommen. Doch was ist aus GP130 “Laizismus - Trennung von Kirche und Staat” geworden? Der war jetzt nicht besonders scharf (oder sauber) formuliert:

Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für die vollständige Trennung von Kirche und Staat, also einen laizistischen Staat, ein. Hierzu sollen die kirchlichen Finanzen komplett vom Staat gelöst und ein religiöse Neutralität in öffentlichen Einrichtungen gewährleistet werden, außerdem soll bevorzugter kirchlicher Einfluss aus Bildung, Medien und Gesetzgebung verschwinden. Die Religionsfreiheit soll selbstverständlich gewährleistet bleiben, auch Verbote für Privatpersonen ihre Religion öffentlich zu äußern lehnt die Piratenpartei ab.

Bundesparteitag 2010.2/Antragskommission/Anträge 2010.2/2010-11-05 - LiquidFeedback - Laizismus - Trennung von Kirche und Staat

Ändern oder Kentern? Stolpern über das Geraffel an Deck, würde ich vermuten!Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Piraten, die man gestern im Stream sehen und hören konnte, sowas ablehnen würden - inhaltlich nicht und formal gab's schlimmeres (was keine Entschuldigung ist - die Sprache ist unprofessionell, unklar und eigentlich kaum beschlussfähig).

Nach langem Suchen findet man im Info-Unwetter des Piraten-Wiki dann doch die Liste aller Beschlüsse: Beschlüsse BPT2010.2 - Laizismus nicht dabei. Schade.

Doch kann man den Piraten eine erhebliche politische Reife attestieren - der 2. Tag des Parteitages war eine Freude zu sehen, die Häme der Mainstream-Journaille war zu erwarten, ist inhaltlich aber verfehlt und in weiten Teilen gegenstandslos.

Hier hat sich eine junge (und leider ziemlich chaotische und unübersichtliche, trotz der vielen IT-Unterstützung) Partei gefunden und sich ein zeitgemäßes, ernsthaftes und - meines Erachtens - durchaus “gefechtsfähiges” Profil gegeben. Respekt. Es wird jetzt sicherlich eine ganze Reihe “Enttäuschter” geben, die gern das Profil der Downloadz-Partei behalten hätten, aber mit denen ist eh kein Staat zu machen.

Doch die Piraten müssen ihr neues Profil auch öffentlich und vor alle zugänglich machen! PROBLEM! Wenn ihr die Partei des Internets seid, dann haben wir 1998. Kinners, eure XP ist clunky! Wichtige Informationen sind nicht zu finden, Twitter ist vorhanden, wird aber nicht effektiv verwendet - warum war da kein Link zum Stream, warum kein permanentes Tweeten über die Anträge? Da wäre so viel mehr gegangen - diese Partei hat Potential, es wäre bedauerlich, wenn sie über das Geraffel auf ihrem eigenen Deck strauchelt und dabei vergisst Flagge zu zeigen.

Achja, und seht zu, dass ihr den Laizismus noch mit an Bord nehmt. d(^_^)b

Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Heute: JuLi!

Weg damit, nicht mehr davon, Liberalistenlümmel!Hey, guck mal mal, wer aufgewacht ist und auf den Laizimus-Zug aufspringt: die Jungen Liberalen!

Das böse Wort “Laizismus” nehmen sie dann doch nicht in den Mund, aber als sog. “Liberaler” weiß man ja, was wirklich wichtig ist - Geld1):

So fordern die Jungen Liberalen die Abschaffung der Kirchensteuer und des Status der Körperschaften des öffentlichen Rechts, um alle Bekenntnisgemeinschaften gleich behandeln zu können.

Junge Liberale Niedersachsen beschließen Offene Religionspolitik

Das klingt ja schon ganz gut - aber wer beim Lesen von FDP-Pamphleten kein schwummriges Gefühl hat, dem mangelt es an Lebens- und/oder Politik-Erfahrung. Ganz ihren Idealen des Liberalismus verpflichtet und offen für jeden Beitrag fordern sie dann noch mehr Gotteswahn:

Die Jungen Liberalen wollen die Kooperation von Staat und Kirchen erhalten. Die Kooperation dürfe aber nicht auf die Kirchen beschränkt bleiben. Die Zusammenarbeit mit dem Staat müsse allen Bekenntnisgemeinschaften offen stehen. Die islamische Theologie gehöre ebenso an die Universitäten wie ein säkular-weltanschaulicher Bekenntnisunterricht in den Schulen nicht länger von Behörden verhindert werden darf.

Junge Liberale Niedersachsen beschließen Offene Religionspolitik

Wer islamische Theologie an Universitäten und säkular-weltanschaulichen Unterricht gleichsetzt, beweist entweder geringen Sach-Verstand oder geringes Sach-Interesse, auf jeden Fall aber, dass er aus der Geschichte nichts gelernt hat. Da ist weder “jung” noch “liberal” eine Ausrede.

Wenn es eine liberale Haltung ist, die Kooperation von Staat und Kirchen zu bejahen und zu fördern, dann kann ich nur sagen: Es ist gut, wenn man seinen Kopf offen hält für Neues, aber nicht so offen, dass einem der Verstand rausfällt!

Na, freuen wir uns auf scientologische Therapie-Zentren (bestimmt viel billiger als der ganze Psychologie-Quatsch), Jedi-Grundschulen, Homöopathische Notfallkrankenhäuser, Hindi-Ernährungsberatung, animistische Unternehmensberatung und keltische Raumplanung.

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

[..]

Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.

Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1944 2)

Solange Alleinigkeitsanspruch und Missionierungsgebot innerhalb eines Kultes existieren, kann er nicht tolerant sein und nicht Teil eines demokratischen Staates. Punkt und aus.

1) zugegebenermaßen stark vereinfacht, aber nicht falsch
2) 5. Auflage 1977, Bd. 1, S. 359, Anm. 4

19 MILLIARDEN EURO aus der deutschen Staatskasse im Jahr für die KIRCHE??

Sparen wir uns doch bitte den GotteswahnDie 443 Millionen im Jahr für „kirchliche Personalkosten“ waren ja schon der Knaller, doch nun hat Carsten Frerk in seinem kommenden „Violettbuch Kirchenfinanzen“ (kommt wohl in KW45 endlich raus) festgestellt, dass die deutschen Kirchen aus der Staatskasse insgesamt 19 Milliarden Euro bekommen!

Nach Frerk betragen die direkten und indirekten Leistungen, die der Staat Katholiken und Protestanten und deren Einrichtungen bisher gewährt, jährlich insgesamt rund 19 Milliarden Euro. Diese Summe enthält nicht die neun Milliarden Euro Kirchensteuern und die schätzungsweise 45 Milliarden für Caritas und Diakonie.

EhNaMag vom 06.11.2010: Staat stützt Kirchen mit Milliarden

Da wundert's einen nicht, dass „laizistische Bestrebungen“ auf massiven Widerstand treffen - hier geht's um Geld, viel Geld. Ich hoffe, nun werden auch einige der sogenannten Volksvertreter wach! Und nicht nur die, die auch was ab haben wollen…

Die Freiheit nehm ich dir!

 Neue Partei, heißt “Die Freiheit” und hat noch mehr(!) Freiheit als all die andern! Und so finden wir dann auch in ihren sog. Leitsätzen den Beweis, dass sie völlig frei von Wissen sind, was denn die Grundlagen unserer Kultur sind:

Wir sind uns unserer jüdisch-christlichen Wurzeln stets bewusst und wollen Staat und Gesellschaft aus christlich-abendländischem Geist gestalten. Wir gehen dabei vom positiven Menschenbild aus, wie es das Neue Testament der Bibel verkündet.

Politische Leitsätze von Die Freiheit

Was bitte soll denn das “positive Menschenbild des Neuen Testamentes” sein? Und was bedeutet „jüdisch-christlichen Wurzeln“? Bis 1964 haben die Christen noch den Gottesmord der Juden gepredigt - geht's noch? Bestenfalls ist das Christentum auf den Knochen und dem Blut der von ihm erschlagenen Juden gewachsen.

Wenn das „jüdisch-christliche Wurzeln“ bedeuten soll, dann möchte ich da auch noch die Griechen dazu haben, die Römer und die Inder und die Araber - ohne letztere wäre ein Großteil unserer Kultur nämlich für alle Zeit durch die mittelalterlichen Feuer der Christen verloren gegangen.

Herbert Schnädelbach, nicht, dass er Atheist wäre, sagte es so schön:

Was im Christentum etwas taugt, ist ohnehin jüdisch.

Fluch des Christentums

Wer auf „jüdisch-christliche Wurzeln“ besteht, dem geht es einzig um ein religiöses Weltbild. Der Gegenentwurf ist ein humanistisches Weltbild. Aber damit kann man halt nicht die Muselmanen vertreiben, gelle?

Ehrlich, ihr wisst mit eurer „Freiheit“ nichts anzufangen.

Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde?

Entsorgt das Zeugs!Wunderbares Zitat und Lebenszeichen der “Laizisten in der SPD” aus dem Munde von Horst Isola, des ehemaliges Landesvorsitzenden der Bremer SPD.

Menschenwürde ist eben keine Erfindung des Christentums, sondern geht auf die antiken Stoiker zurück. Und die Menschenrechte wurden in der Französischen Revolution gegen eine »gottgewollte« Monarchie durchgesetzt. Noch bis in die 1950er Jahre nannten deutsche Kleriker die Menschenrechte eine »liberalistische Verirrung«, und Papst Benedikt spricht von einer bloßen »Lehre«. Trotzdem neigen neuerdings auch Sozialdemokraten dazu, Religion als Grundlage unserer Demokratie zu propagieren.

Horst Isola: Mehr Republik! ZEIT vom 30.10.2010

Schön, dass auch ein “lebenslanger Politiker” wie Horst Isola (71) nicht blind geworden ist gegen diesen Unterwanderungsversuch.

Ich glaube an keinen Gott, sondern an Selbstbestimmung: dass freie Bürger entscheiden, was richtig und falsch ist.

Horst Isola: Mehr Republik! ZEIT vom 30.10.2010

Das sind hehre Worte, große Worte - aber als altgedienter Politiker wissen Sie, Herr Isola, dass freie Bürger sich die Freiheit und Bequemlichkeit nehmen, andere nachdenken und entscheiden zu lassen. Hätte jeder Arbeiter am Ende der glorreichen Tage Ihrer Partei nachgedacht, hätten wir jetzt bereits eine SPD-Nachfolge-Partei: Sozial, umweltbewusst und humanistisch - und vor allem: GLAUBWÜRDIG!

Daran mangelt es Ihrer Partei nämlich erheblich. Die “alte Tante SPD” hat sich so einiges “eingefangen” mit ihren verschiedenen Bettgenossen und ohne eine massive Dosis Anti-Religiotika und strikte Lobby-Abstinenz wird ein langes Siechtum unvermeidlich sein.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihren Arbeitskreis Laizismus - es steht zu befürchten, dass wir erfahren werden, wie nötig er ist.

via wahoonie.net

Handpresse statt Wordpress? Schritte zur Wahrnehmbarkeit

Zeit, sichtbar zu werdenAtheisten, Freidenker, religionsfreie Menschen sind in Deutschland stark unterrepräsentiert. Faktisch gibt es keine Partei, die humanistische, säkulare Werte für sich in Anspruch nimmt und versucht, dem wachsenden Gotteswahn den demokratischen Boden zu entziehen.

Wie groß der Einfluss der Kirchen und der Gläubigen ist, können wir jeden Tag sehen und wir können jeden Tag intensiv darüber bloggen und uns dumm und dusselig darüber reden in Foren.

Nur ändern wird das nichts.

Was im Netz passiert, findet (in Deutschland zumindest) so gut wie keine Beachtung in der realen Politik-Welt. Selbst vermeindlich netz-affine Parteien wie die Piraten haben eine kaum wahrnehmbare Präsenz im Netz.

Wer das Netz wirklich nutzt, um Propaganda zu machen und sich zu organisieren, das sind die religiösen Organisationen! Die meisten „Insider“-Infos über klerikalen Irrsinn haben unsere Newssammler doch direkt von deren Webseiten.

Was können die humanistisch-säkularen Kräfte in Deutschland tun, um sichtbar zu werden? Wo bitte ist denn der „aggressive Atheismus“, außer in Herrn Ratzingers Kopf?

Wo ist die Organisation, die real und im Netz einem säkularen Humanismus das Wort redet?

Die Piraten machen in Berlin einen Anfang und nehmen den Laizismus in ihr Programm auf - sollten Netz-Atheisten dort vielleicht an Bord gehen, um einen Schritt in die Realität zu tun?

Wir hoffen mit dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz!

Laizimus jetzt und zwar parteifrei!Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz heißt Robert Zollitsch und wir hoffen mit ihm:

„Wir hoffen, dass sich die Idee eines laizistischen Arbeitskreises nicht in der SPD beheimaten wird.“

Robert Zollitsch in der WELT SPD-Politiker gegen Gottesbezug im Grundgesetz am 18.10.2010

Nils Opitz-Leifheit sollte das ernsthaft in Erwägung ziehen. Das Thema ist viel zu wichtig, um durch Parteistreitigkeiten aufgerieben zu werden.

Die Forderungen des Arbeitskreises Laizismus sind humanistische, demokratische Forderungen - warum sie auf eine Partei beschränken, die Ihnen nicht mal erlaubt, sich „Sozialdemokrat“ zu nennen, wenn Sie die Trennung von Kirche und Staat fordern, Herr Opitz-Leifheit?

Wir brauchen eine von parteipolitischen Zwängen befreite Bewegung für den Laizismus in Deutschland. Nach den Verfehlungen der Vergangenheit ist die SPD sicherlich keine geeignete Plattform für dieses Projekt.

Wenn es Ihnen wirklich um den Laizismus geht, dann laden Sie alle humanistischen Kräfte dazu ein!

SPD findet noch einige demokratische Grundwerte zum Verraten!

Hoppla, da sag einer, die SPD kriegt nichts mehr auf die Reihe! Wenn es um „sozialdemokratische Werte“ geht, reagiert die alte Tante doch noch ganz fix.

Der Versuch von u.a. Nils Opitz-Leifheit, einen laizistischen Arbeitskreis zu gründen, war ja schon mit geringem Enthusiasmus der sog. Genossen begrüßt worden, aber bevor man sich das mit Pfaffen verscherzt, verrät man doch lieber mal ganz kurz und schmerzhaft Meinungsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche. Ja, die heißen nur Sozialdemokraten - sind aber weder das eine, noch das andere.

Die von der langjährigen SPD-Schattenfinanzministerin Ingrid Matthäus-Maier und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Schwanitz unterstützten „Sozialen und demokratischen LaizistInnen“ stoßen in der SPD-Spitze auf starken Widerstand. Zwar gibt es Arbeitskreise der Christen und der Juden in der SPD. Aber eine Organisation von Laizisten unter dem Dach der Bundes-SPD soll offenbar verhindert werden.

[..]

Dies sei das „Programm eines kämpferischen Atheismus“, warnte schon vor einigen Wochen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Die SPD dürfe keine „antireligiöse Partei“ werden. Parteichef Gabriel fürchtet nun offenbar einen schlagzeilenträchtigen Kulturkampf. Im Umfeld von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier heißt es, man könne keinen Arbeitskreis gründen, der sich alleine gegen etwas richte.

Berliner Zeitung vom 20.10.2010: Gegen den Blickwinkel der Atheisten

Aus der baufälligen Demokratie-Kaschemme Deutschland einen säkularen, humanistischen Staat aufzubauen, ist wohl die dringendste innenpolitsche Aufgabe.

Die SPD bleibt unwählbar. Dank an Marc-Uwe Kling für seinen zeitlosen Klassiker:

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Heilige Einfalt - Religionen als All-you-can-believe-Buffet?

“Heilige Einfalt” nennt der französische Soziologe Olivier Roy das Phänomen, dass Leute ohne genauere Kenntnisse der Kultur oder Inhalte einer Religion in diese eintauchen und darin auf- und untergehen.

Kein Wunder, dass sich derzeit besonders die Pfingstbewegung so schnell über den Erdball verbreitet. Keine andere religiöse Strömung ist derart gut auf die Globalisierung vorbereitet. Die Pfingstbewegung hat sich von jeglicher kulturspezifischen Sprache gelöst: Die Gläubigen reden in Zungen, in einer wirren Abfolge von Lauten. Der Glaube führt nicht mehr über kulturell verankertes Wissen. Er geht direkt ins Herz.

Die Wochenzeitung: Tiefgläubig, aber ahnungslos vom 14.10.2010

Das ist nicht neu: Je weniger einer weiß, desto besser glaubt er - dass Glauben keinen Verstand braucht oder gar verträgt, ist wohl selbst in der Klerikerkaste unstrittig.

Der Knaller aber kommt noch: Olivier Roy findet das jetzt aber gar nicht so bedenklich:

Die neuen Religionen präsentierten sich nicht als Gesellschaftsentwürfe, sondern als Identitätsgefässe, in denen sich vereinzelte Individuen rund um den Erdball zu entfalten suchten.

Die Wochenzeitung: Tiefgläubig, aber ahnungslos vom 14.10.2010

WTF? Wer behauptet, dass die Evangelikalen und der Islam keine Gesellschaftsentwürfe haben, leidet bestenfalls an fortgeschrittenem Realitätsverlust oder ist der größte noch lebende Fan von Neville Chamberlain. Herr Roy glaubt auch, wir hätten ein säkulares Zeitalter und als Reaktion darauf gäbe es ein Supermarkt-Buffet (“all you can believe”) der Religionen, wo sich jeder unverbindlich und kalorienarm was zusammenstellen kann… Den Unterschied zwischen Esoterik und Religion kennt oder macht er nicht.

Mehr als den Versuch, sein Buch einer linksliberalen Appeasement-Fraktion verkaufen zu wollen kann ich darin nicht sehen.

Wir leben bis auf wenige Ausnahmen in einer durch und durch religiösen Welt

Schön, dass man mit seiner Panikmache nicht ganz so allein ist, der Religionssoziologe Peter L. Berger diagnostiziert:

Das Phänomen hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die eigentlich kaum noch zu ignorieren sind. Doch selbst wenn man ein Phänomen nicht ignorieren kann, lässt es sich immer noch wegerklären. Etwa indem religiöse Bewegungen auf politische, soziale, ethnische oder sonst welche Faktoren zurück geführt werden. So als sei das Religiöse der im Englischen sprichwörtliche Elefant im Wohnzimmer: Man tut so, als sei er nicht da, man redet drum herum.

[…]

Doch lassen wir uns nicht täuschen: Wir leben bis auf wenige Ausnahmen in einer durch und durch religiösen Welt. Das nicht wahrhaben zu wollen, heißt, die Welt nicht zu sehen, wie sie „wirklich“ ist.

Frankfurter Rundschau: Die Welt ist angefüllt mit Religion vom 12.10.2010

Ich persönlich bin immer wieder erschrocken, wie selbst aufgeklärte Zeitgenossen diese Tatsache nicht wahrhaben wollen - und unsereinen der Schwarzseherei, Übertreibung und Panikmache zichtigen und sich vor der Realität verschliessen.

Wohin uns die vornehme Zurückhaltung gegenüber dem Gotteswahn gebracht hat, sehen wir jetzt - ach, ich vergaß: Ihr seht ja nichts. Das ist schade, die einzigen, die bislang eine Bedrohung im Gotteswahn sehen, gehören Gruppen an, die selbst einen anderen Gotteswahn pflegen. Die werden's dann wohl unter sich ausmachen - aber glaubt doch bitte nicht, dass, nachdem sich der Staub gelegt hat, mit euch Ungläubigen nicht auch noch gleich aufgeräumt wird.

OUT-Campaign

Es ist Zeit, unsere Stimme zu erheben gegen das Eindringen von Religion in unsere Schulen und in die Politik. Atheisten sind es zusammen mit Millionen anderen Menschen Leid, von denen angegriffen zu werden, die ihre eigene religiöse Einstellung unseren Kindern und unseren jeweiligen Regierungen eintrichtern wollen. Wir müssen das Übernatürliche RAUSHALTEN aus unseren moralischen Prinzipien und aus dem öffentlichen Gemeinwesen.

Es ist Zeit, vorzutreten.

OUT-Campaign

Wir sind Chaos und Sumpf leid - Ordnung komme über uns

Vorgestern erst antwortete ich auf die rhetorische Frage Michael Schmidt-Salomons “Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?”, dass viele Deutsche sich leidlich für ein lazistisches, humanistisches Deutschland interessieren, noch weniger sich einsetzen würden. Und erinnerte daran, dass das einzige Joch, von welchem sich die Deutschen aus eigener Kraft befreit hatten, die Weimarer Republik war.

Und einen Tag später? Dem Ernst des Thema angemessen, versucht die Süddeutsche, ein brandgefährliches Thema durch hysterisches Kreischen zu erörtern:

Der nun veröffentlichten Studie zufolge tut sich aber noch weiter rechts ein Abgrund auf: Mehr als jeder Zehnte sehnt sich nach einem „Führer“, der „Deutschland zum Wohle aller mit harter Hand regiert“, ergab die Umfrage. 65 Jahre nach dem Untergang des nationalsozialistischen Staats und 21 Jahre nach dem Ende der DDR hält jeder Zehnte eine Diktatur für „die bessere Staatsform“.

Wuchernder Fremdenhass, ersehnte Diktatur

Ehrlich gesagt, verwundert mich das nicht im geringsten! Aber anstatt die Themen Integration und “Leitkultur” endlich offen, faktenbasiert und ehrlich zu erörtern, schwingen sich unter dem geklauten Banner der Toleranz christliche Moralhelden der Politikerkaste auf und drängen Unzufriedene mit dem Holzhammer an den rechten Rand.

…diesmal noch. Und noch das nächste Mal. Und dann wird’s vielleicht schon schwieriger…

Denn man löst keine Probleme, indem man sie tabuisiert und die eigenen Leichen im Keller mit Weihrauch vernebelt - so schafft man Opposition. Und man begegnet einer Opposition mit Argumenten, nicht mit Gesetzen - so schafft man Widerstandsbewegungen.

Herrschaften, wollt' ihr auch diese Demokratie an die Wand fahren?

Michael Schmidt-Salomon: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?

oder: Grassierender Gotteswahn - Unser Bundespräsident: Mein Land ist Gottes Land

Im Gegensatz zum US-amerikanischen Präsidenten, der regelmäßig auch die nicht-religiösen Bürger seines Staates erwähnt und würdigt, fällt beim deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff diese Bevölkerungsgruppe mal kurz untern Tisch. Dass nur je ca. 30% der Deutschen der katholischen und der evangelischen Kirche angehören und die Zahl ständig weiter sinkt, interessiert nicht: Das gibt sich wieder, da wird ja heftig missioniert, dafür gibt's ja ProChrist (wo Herr Wulff momentan seinen Kuratoriumssitz ein wenig abkühlen lässt).

Dass mit dem Ende des Mittelalters die bloße Mitgliedschaft in einer Kirche nicht mehr gleichbedeutend ist mit der totalen Verinnerlichung aller ihrer sogenannten Werte, ist Herrn Wulff vermutlich auch zu differenziert. Herr Wullf liebt's klarer, Herr Wullf bittet seinen Gott Deutschland zu beschützen, seine Ansprachen enden mit “Gott schütze Deutschland.

Michael Schmidt-Salomon hat dazu einen lesenswerten Kommentar beim hpd geschrieben. Folgendes sei zitiert:

Denn Deutschland ist ein säkularer Staat. Die Werte, die diesen Staat konstituieren, entstammen weder dem Judentum, noch dem Christentum, noch dem Islam, sondern der reichen Tradition von Humanismus und Aufklärung, die Christian Wulff in seiner Rede peinlicherweise übersehen hat. Vergessen wir nicht, dass die Demokratie im antiken Griechenland erfunden wurde und nach der Machtübernahme des Christentums für ein Jahrtausend von der politischen Bühne verschwand.

Angesichts der katastrophalen Unbildung, die in der Politikerkaste offensichtlich vorherrscht, muss man hier zudem noch auf die triviale Tatsache hinweisen, dass auch die Idee der Menschenrechte nicht auf religiösem Fundament, sondern im Zuge der Amerikanischen und Französischen Revolution entstand und dabei maßgeblich von dezidierten Freigeistern wie Thomas Paine und Thomas Jefferson geprägt wurde.

Die Religionen waren summa summarum keine Motoren, sondern Bremsklötze des kulturellen Fortschritts – und sie sind es bis zum heutigen Tage geblieben!

War Immanuel Kant, der in frommen Ritualen bloß „Religionswahn und Afterdienst Gottes“ sah, ein wirklicher Christ? War der große persische Gelehrte Al-Razi, der den Koran als „befremdendes Gemenge von absurden und unzusammenhängenden Fabeln“ bezeichnete, ein gläubiger Muslim? Mitnichten! Die Mär von der angeblich bis heute positiv prägenden Kraft der Religionen bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen, wenn man sich die Mühe macht, etwas genauer hinzuschauen.

Michael Schmidt-Salomon: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?

Diese Mühe machen sich leider wenige, insbesondere nicht, wenn sie schon aus so viel höherer Quelle „wissen“, Herr Schmidt-Salomon. Diese Mühe werden wir ihnen machen müssen.

Aber kann es denn wirklich sein, dass die deutsche Politik fast ausschließlich von Leuten bestimmt wird, die ideologisch so verblendet oder wissenschaftlich-philosophisch so ungebildet sind, dass sie einfachste historisch-politische Zusammenhänge nicht begreifen? Will denn tatsächlich niemand einsehen, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger heute jede Form religiöser Bevormundung ablehnen? Ist es so schwer zu verstehen, dass die Mehrheit der Deutschen weder in einer christlichen noch in einer islamischen, sondern in einer offenen Gesellschaft leben möchte?!

Michael Schmidt-Salomon: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?

Herr Schmidt-Salomon, ich fürchte, das ist den Herren und Damen Volksvertreter wohl bewusst, bloß: Sie halten es für einen Irrweg. Für einen Irrweg, der ihre „Arbeit“ (uns zu verwalten, zu befrieden und so den Staat am Laufen zu halten) schwieriger macht.

Oder glauben sie allen Ernstes, dass eine mehrheitlich säkular denkende Wählerschaft es auf Dauer tolerieren wird, dass die Politik archaische Kulte hofiert und öffentliche Steuergelder in Milliardenhöhe für innerreligiöse Angelegenheiten verschleudert?

Michael Schmidt-Salomon: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?

Herr Schmidt-Salomon, ich fürchte, unsere Politiker haben guten Grund, das zu glauben. Ein Blick zurück in die jüngere deutsche Geschichte und ein Blick auf Umfragewerte bestätigt den Damen und Herren Volksvertretern, dass sie sich um den Unmut des Wahlvolkes ob der Kirchen-Unterstützung und -Einmischung keinerlei Sorgen machen müssen.

Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass Politik über unsere Köpfe hinweg gemacht wird. Sorgen wir also dafür, dass Politiker an die Macht kommen, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sind! Dass die momentane Führungsriege der politischen Parteien dazu nicht in der Lage ist, hat die an Niveaulosigkeit kaum zu überbietende Debatte um die Bundespräsidentenrede in aller Deutlichkeit gezeigt.

Michael Schmidt-Salomon: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?

Mündige Bürger sehen anders aus Um Politiker an die Macht zu bringen, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sind, bräuchten wir ein Volk, das sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewusst wäre… Ehrlich gesagt sehe ich hier in weiten Kreisen entweder Desinteresse oder Resignation oder das Vertrauen auf „alte Werte“ - manchmal sogar alles zusammen.

Und wo ist die Hoffnung auf einen säkularen, humanistischen Staat? Wer verspricht sich davon eine „bessere Welt“? So wenige sind's, dass man mit Recht sagen darf: Niemand! Warum auch, ist doch weltanschaulich alles so einigermaßen in Ordnung, oder? Also, hier bei uns jedenfalls.

Solange das nicht anders, unerträglich wird, wird der Deutsche mit ca. 95% seiner Mitbürger weiter vorm Fernseher sitzen, glauben, sich Meinungen zu bilden und entrüstet sein über „die da oben“ - um sich dann wieder um sein Tagesgeschäft kümmern.

Und mal ganz ehrlich, wann war den Deutschen das letzte Mal was unerträglich? Wann sind die Deutschen massiv gegen ein System vorgegangen, dass ihnen zuwider war? Was haben die Deutschen effektiv abgewendet? Das war die Weimarer Republik, der erste Versuch von Demokratie auf deutschem Boden!

Tatort Internet - was ist aus "Tatort Kinderzimmer" geworden, Frau zu Guttenberg?

Soviel zu den Vorschuss-Lorbeeren (s. Kindesmissbrauch geht auch ohne Internet) an die Ehefrau unseres christsozialen Herrn Verteidigungsministers, Stephanie zu Guttenberg, welche am 16.09.2010 bei der Vorstellung ihres Buches noch sagte:

„Der schlimmste Missbrauch geschieht noch immer in den Kinderzimmern“

Welt-Online: Stephanie zu Guttenberg schockiert mit der Realität

Madame Guttenberg moderiert ab dem 07.10.2010 auf dem für seinen investigativen Johurnalimus bekannten Sender RTL2 die Sendung „Tatort Internet“. Das ist ein Spin-off von To Catch a Predator - die Kritik an diesem Format ist auch gleich dort zu lesen. Man darf gespannt sein, was deutsche Strafermittlungsbehörden dazu sagen, aber das nur am Rande.

Und das Ziel dieser Sendereihe wird auch gleich schon verkündet:

Das Ziel von „Tatort Internet“ ist eine Gesetzesänderung, damit nicht nur der tatsächliche Kindesmissbrauch sondern auch die unsittliche Annäherung über das Internet, das sogenannte Cyber-Grooming, unter Strafe gestellt werden kann.

DWDL: zu Guttenberg moderiert "Tatort Internet" bei RTL II

Aha, da haben sich die Prioriäten wohl etwas verschoben:

Jedes fünfte Mädchen und jeder neunte Junge werden sexuell belästigt. Täter sei meist eine Vertrauensperson. Onkel. Lehrer. Vater. Manchmal auch die Mutter.

Welt-Online vom 16.09.2010: Stephanie zu Guttenberg schockiert mit der Realität

Wir hatten damals (s. Kindesmissbrauch geht auch ohne Internet) schon kritisiert, dass der in der Liste der Vertrauenspersonen der Pfaffe (Sammelbegriff für Kultdiener) fehlt. Nunja, die CSU ist nun mal eine Familienpartei, da müssen die Feindbilder gut ausgewählt werden.

Pfui, Frau zu Guttenberg - Ihnen geht's nicht um die Sache, das haben Sie selbst klargestellt. „Unsittliche Annäherung über das Internet“ ist ein erbärmliches Thema, wenn es einem um die Vergewaltigung von Kindern geht.

Sie, Frau zu Guttenberg, sind zu feige, sich den wirklichen Problemen zu widmen: Überforderten Eltern, zur Unselbstständigkeit erzogenen Menschen und falschen Autoritäten.

Sie, Frau zu Guttenberg, haben die Probleme erkannt.

Sie, Frau zu Guttenberg, sind in der Position, etwas zumindest anzustoßen, vielleicht sogar zu ändern.

Sie, Frau zu Guttenberg, haben jetzt eine Sendung auf RTL2.

Sie, Frau zu Guttenberg, laufen neben „Frauentausch“, „Deutschlands geilste Aufreißer“ und „Deutschlands Sexsüchtige packen aus“.

Frau zu Guttenberg, wissen Sie, wer ihre Quoten in die Höhe treiben wird? Leute, die Tipps wollen, wie sie nicht erwischt werden!



Nachtrag: Die sueddeutsche ist vergleichsweise gnädig mit der Gnädigen, kommt aber zu einem ähnlich vernichtenden Fazit:

So wirkt die Sendung weniger der Sache, als bestimmten Interessen verpflichtet - und scheitert damit als investigatives Experiment. Das ist nichts Außergewöhnliches: Beim sensiblen Thema Kindsmissbrauch schmerzt dieses Versagen allerdings besonders stark.

sueddeutsche.de: Weniger der Sache, als bestimmten Interessen verpflichtet (08.10.2010)

Grassierender Gotteswahn: Verwaltungsgericht Düsseldorf setzt Siegeszeichen über Sünde und Tod

Mit Verweis auf die verhunzte Präambel unseres Grundgesetzes1) meinen der Präsident und die Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, Andreas Heusch und Gabriele Verstegen, ein Kreuz im Verwaltungsgericht aufhängen zu müssen. Als ein „Zeichen des Sieges über Sünde und Tod.“

Das sagen Richter, studierte Juristen, Diener des Staates, Leute, die über Wohl und Wehe von zigtausenden von Menschen entscheiden.

Und wie zum Hohn (oder ist es einfach nur grenzenlose Dummheit oder maßlose Ignoranz) begründen sie das auch noch damit, dass in unserem Lande ja Kirche und Staat getrennt sind. Und dass das Kreuz die kulturelle Grundlage unserer Verfassung sei, die Wurzel unserer freiheitlichen Grundordnung.

Geht's noch? Generation Ahnungslos Nr. 1 in Aktion? Nicht ein einziger freiheitlicher Grundwert ist im Christentum verankert. Jeder freiheitlichen, demokratischen und humanistischen Strömung größter Feind ist die Kirche, ist sie immer gewesen!

Angefangen von der radikalen, gnadenlosen Vernichtung von Andersgläubigen, Ungläubigen (Conquista) und Abweichlern über eineinhalb Jahrtausende, Volksverhetzung gegen das jüdische Volk („Jesusmord“ wurde bis 1964 gepredigt), Institutionalisierung der Folter, Entrechtung von Frauen (dem Manne untertan, Hexenverfolgungen, Abtreibungsverbot etc.), Kriminalisierung von Homosexuellen, bis zum Antimodernisteneid, zu Bestätigung und Unterstützung des Faschismus und des Nationalsozialismus, sowie einer unverantwortliche Haltung gegenüber Aids-Präventionen.

So absurde Worte wie „Sünde“ erwarte ich nicht von jemandem, der einem demokratischen, humanistischen und laizistischen Staat dient - ich erwarte, dass er Entscheidungen des höchsten deutschen Gerichtes kennt und gesetzesgemäß auch achtet:

Die Gerichtsverwaltung missachtet damit die Verfassung und ihre Verpflichtung aus § 31 Abs. 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz, den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu folgen. Sie wirft dem Bundesverfassungsgericht offen den Fehdehandschuh hin, das in seinem „Kruzifix-Beschluss“ vom 16. Mai 1995 (1 BvR 1087/91, BVerfGE 93, 1) noch weitaus deutlicher als in der Entscheidung von 1973 religiöse Glaubenssymbole in staatlichen Einrichtungen als verfassungswidrig untersagt hat. Es hat in dieser Entscheidung auch allen Umdeutungsversuchen eine ausdrückliche Absage erteilt und entschieden, dass das Kreuz als „spezifisches Glaubenssymbol des Christentums schlechthin“ keinesfalls lediglich „Ausdruck der vom Christentum mitgeprägten abendländischen Kultur“ ist, wie es der Düsseldorfer Gerichtsleiter jetzt verstehen möchte.

„Die Neue Richtervereinigung“: Kreuz in Düsseldorf - zurück in die Siebziger

Es gibt in Deutschland faktisch keine Trennung von Kirche und Staat; der Artikel 140 unseres Grundgesetzes, die blinde Übernahme der Paragraphen aus der Weimarer Republik, ist schon an sich ein humanistisches Armutszeugnis. Wie er unterlaufen wird, ist nichts weniger als eine Schande: Die Kirchensteuer wird vom Staat erhoben (nicht mal in Italien ist dem so); „kirchliche Einrichtungen“ wie Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser werden zu weiten Teilen vom Staat/Steuerzahler getragen. Trotzdem haben dort Kultdiener Hoheitsrechte wie in keinem anderen Land auf der Welt: Sie verhängen Berufsverbote über „Ungläubige“ und Geschiedene; in 2009 haben die Kirchen 443 Millionen Euro vom Staat für Personalkosten erhalten; als „Denkmalpflege“ fliessen staatliche Millionen in die Restaurierung von Kirchen und in die Finanzierung von sinnvollen Einrichungen wie Militärgeistlichen.

Deutschland ist weit davon entfernt, ein laizistisches Land zu sein - nirgends haben sich Kirchen eine solch previlegierte Sonderstellung bewahren können. Auch die Bundesrepublik Deutschland hält sich an die Verträge, die Adolf Hitler mit der katholischen Kirche geschlossen hat.

Armes, unmündiges Deutschland - mir graut vor Dir und Deinen Siegeszeichen.


via wissenrockt.de, dort auch der Brief im Volltext.

1) „In Verantwortung vor Gott und den Menschen…“

Je weniger einer weiß, desto besser glaubt er

In einer aktuellen Studie des „Pew Forum on Religion and Public Life“ kam heraus, dass Atheisten wesentlich besser über Religion Bescheid wissen, als die eigentlichen Anhänger dieser Religionen. 54% der befragten Protestanten wussten nicht, dass Martin Luther die Reformation eingeleitet hat. 45% der Katholiken wussten nicht, dass Brot und Wein wirklich der Leib ihres Gottes sind (sog. Transsubstantiation).

Daniel Dennett Philosoph und Kognitionswissenschaftler erklärt den Umstand, dass Gläubige nur vage oder gar falsche Vorstellungen über ihren Glauben haben, im wesentlichen damit, dass die Kirchen/Träger der Religionen absichtlich die Details des Glaubens und dessen Geschichte nicht weiter erörtern wollen. Denn Fakten und Details würden ihnen in den seltensten Fällen zuträglich sein. Die Leute sind oberflächlich und wollen Pomp, Ritus und Kontinuität - wenn sie dafür zahlen, dann ist auch gut so. Dann macht man ihnen noch schlechtes Gewissen wegen ihrer Oberflächlichkeit, hat ihnen aber eingetrichtert, dass alles Teil eines göttlichen Planes ist und sie eigentlich gar nichts ändern können und sie kommen garantiert wieder angerannt. Warum diesen idealen Zustand stören?

Cloak all the doctrines in a convenient fog and then not just excuse the faithful from trying to penetrate the fog, but celebrate the policy of not looking too closely at anyone's creed - not even your own.

Daniel Dennett: The Unbelievable Truth: Why America has become a nation of religious know-nothings (03.10.2010)

atheistcartoons.comOk, die Klerikerkaste muss ausgebildet werden - erstaunlicherweise wird den Seminaristen einiges an Fakten mitgegeben. Denn nicht umsonst heißt es: „Wer nach dem Seminar immer noch an Gott glaubt, der hat nicht aufgepasst.“ und „Um zu sterben, geht Gott ins Seminar“.

Ich möchte behaupten, dass auch in Deutschland das Wissen um Religion, gerade bei den „Soft-Christen“, nicht nennenswert größer ist. Die Vermischung von Soft-Christentum und Esoterik ist schon weit fortgeschritten. Ein paar vage Jesus-Worte (könnten auch aus dem Lebenshilfe-Kalender sein), ein bisschen Arche Noah (Vielvölkermord egal, da sind so knuffige Tierchen bei) und Engel, Engel, Engel - für jeden Tag einen, mit verschiedenen Farben und so, Globuli wenn man sich nicht wohlfühlt, Bachblüten helfen auch - hab' ich ganz tolle Erfahrungen mit gemacht.

Diese Leute bezeichnen sich dann (auch in Umfragen gern) als Christen, weil „da muss es doch mehr geben“. Aber anstatt diese „mehr“ für sich zu suchen, flüchten sie sich verkitschte Plastik-Kindheitserinnerungen und stopfen die reichlich vorhandenen Lücken mit Esoterik aus.

Glaube ist eine Krücke für jene, die Gewißheit wünschen, die einen Sinn im Leben finden wollen, ohne den Mut zu haben, diesen eigenständig zu suchen.

Erich Fromm, aus: Das Christusdogma und andere Essays, 1965

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!Und wenn dann der garstige Atheist kommt und ihnen sagt, was ihr christlicher Glaube eigentlich besagt, was ihre christliche Kirche alles anrichtet - dann sind sie böse auf den, der sie versucht aus ihren Wolken-Träumchen zu wecken. Die Realität ist ja so hart und ungerecht und hässlich…

Klar, weil ihr nicht mitmachen wollt, sie besser zu machen, sondern lieber bequem euren Träumen nachhängt: Engel-Tarot-Karten befragt, anstatt einen Therapeuten aufzusuchen oder zu meditieren; homöopathische „Medikamente“ und Wellness-Produkte kauft, anstatt Bio-Lebensmittel; eure Kinder den Konfessionellen zur Verwahrung gebt, weil die das sicher besser können und ihr die Zeit braucht, um euch zu verwirklichen und Bestätigung zu finden.

The Sound of Science

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Wurde auch Zeit, dass der Kunst Wissen zu schaffen und intellektueller Redlichkeit mal ein Lied gesungen wurde - reinhören, bevor die Content-Mafia zuschlägt.

Hello Darwin my old friend,
I come to read from you again.

You comfort me when I grow weary
Of people saying „It's just a theory“

Because a theory
is a system of abstractions in our finite minds

Of laws behind
The things we find with science

And on the internet I saw
A billion people, maybe more

People clinging to old delusions
People jumping to conclusions

People holding superstitions that are obviously quite absurd
Who'd never heard
A single word of science

How do you think a doctor knows
How a disease like cancer grows?

How did we learn how we might treat it?
How do you think one day we might beat it?

It won't be by taking sugar pills or standing on one leg for hours
While eating flowers
But through the powers of science

If you have answers and you're sure
They're better that what came before

Make your hypothesis and test it
Take the results that you've collected

Then you write them in a paper and submit it for a peer review
That's what we do
To check it's truly science

And the people stood and prayed
They said „our faith cannot be swayed“

They have their views and they won't move them
They have their truth and they won't prove them

They'll take the words of the prophets over fossils that were really found
Beneath the ground
They don't like the sound of science

[Video] Der NDR berichtet über Kreationismus in deutschen Schulen

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5 Minuten vom NDR über Kreationisten - wer jetzt denkt „Hier kommt die Aufklärung!“, der irrt.

Schon beim salbadernden Jürgen Neffe ahnt man nichts Gutes. Dann wird klargestellt: Unsere Staatskirchen (beide, also „wir“) haben kein Problem mit Evolution und Darwin.

Und für die Position der Kreationisten wird dann kurz Gottes „Masterplan“ vor einer unzeitgemäßen Bibel mit Fraktur-Schrift umrissen. Hier wird gezielt eine Dissonanz erzeugt, damit der unbedarfte Zuschauer gar nicht erst auf die Idee kommt, dass er u.U. eigentlich dasselbe glaubt. Dass sein Gotteswahn sich von dem kreationistischen Gotteswahn gar nicht so sehr unterscheidet - innerhalb eines fakten- und logik-freien Kontextes eine Idee als falsch darzustellen ist immer ein großes Problem, wenn man keine Scheiterhaufen zur Hand hat. Denn im Grunde genommen müsste jeder gläubige Christ, der die Bibel für das offenbarte Wort Gottes hält, ein Kreationist sein.

Reinhard Junker von der evangelikalen Studiengemeinschaft Wort und Wissen stellt kurz sein Konzept der „Grundtypen“ vor (näheres hierzu im Video von Ulrich Kutschera: Was ist Intelligentes Design?) und erklärt, dass man das Wort Gottes nicht wissenschaftlich untersuchen kann - mit einem kleinen süffisanten Lächeln. Gotteswahn macht halt überheblich.

Es wird das Lehrbuch von Reinhard Junker und Siegfried Scherer: „Evolution, Ein kritisches Lehrbuch“ gezeigt und der Junge-Erde-Kreationismus als Konzept vorgestellt. Die Fraktur-Bibel fliegt durchs Bild - wozu das? Die „Fakten“ sind skurril genug.

Als Stimme der Vernunft hat dann Thomas Junker seinen Auftritt. Sitzt Reinhard noch vor einer blutenden Hand in quietschenden Farben und hat ein licht- und pamphletdurchflutetes Arbeitszummer, sitzt Thomas im Kunstlicht des Institutsbüros vor seinem Computer - aha, Stimme der Vernunft = Technokrat. Sprechen tut er in der hellen Bibliothek: Kreationismus widerspricht nicht nur der Evolutionstheorie, sondern der gesamten modernen Naturwissenschaft (neben Biologie auch Geologie, Physik und Kosmologie). Da der Evangelikalismus, dem nahezu alle Kreationisten anhängen, die Irrtumsfreiheit der Bibel als zentrale Grundlage christlichen Glaubens vorschreibt, muss jetzt diese Irrtumsfreiheit bewiesen werden. Und wenn das nicht geht, dann lehrt man das einfach!

In Baden-Württemberg lernen Schüler dann auch schon kreuzbrav „Zweifel“ an der „Evolutionstheorie“ - in Biologie wohlgemerkt! Das ist selbst in den USA verboten! Bislang geschieht das nur in sog. Konfessionsschulen, deren Dachverbad der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen e.V. ist.

Ein Schüler einer solchen Schule kommt auch noch kurz zu Wort: Dass er nicht vom Affen abstamme, wird von Primaten sicherlich mit Genugtuung zur Kenntnis genommen.

Im Anschluss sorgt sich Thomas Junker um die mentale Gesundheit der Kinder, da sie sich widersprechende Theorien lernen müssten. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, wird aber wohl nur eine kleine Gruppe treffen, denen es ernsthaft an Wissen, Wissen Schaffen und Wissentschaftlichkeit liegt. Anderenfalls würden unsere Krankenkassen ja wohl mittlerweile „Gotteswahn“ als therapiewürdig anerkennen.

NDR Ende.

Warum kann man das nicht klar sagen: Jeder hat in unserem Lande ein Recht auf seine eigene Meinung, aber niemand hat ein Recht auf Fakten! Das gibt's nur im Totalitarismus!

Gotteswahn wird eines der wesentlichen Probleme dieses Jahrhunderts werden - weswegen problematisieren wir das nicht schon in der Schule?

Jedem Theologen Kleriker wird die Wahrheit über die Bibel beigebracht, wie sie entstanden ist. Das ist kein Geheimnis, das ist nicht umstritten, sondern bestens erforscht. Warum können wir nicht ein Pflichtfach „Religionskunde“ einführen? In welchem u.a. Wissen über die historischen Zusammenhänge und die Entstehung der sogenannten „heiligen Schriften“ vermittelt wird? Allen heiligen Schriften! Unterrichtet von Pädagogen, die Kulturgeschichte, Antropologie oder Ethnologie studiert haben - und keinem Kult angehören, der die Gesellschaft unterwandern will.



Unsere Artikel über Kreationismus:

2012/04/09 15:41
2010/10/03 10:14
2010/09/30 10:04
2010/07/04 19:55
2009/08/23 12:21

[Video] Ulrich Kutschera: Was ist Intelligentes Design?

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Ulrich Kutschera setzt sich in diesem Video mit dem Junge-Erde-Kreationismus auseinander, insbesondere mit dem „Lehrbuch“ von Reinhard Junker und Siegfried Scherer: „Evolution, Ein kritisches Lehrbuch“ und den Aktivitäten der evangelikalen Studiengemeinschaft Wort und Wissen.

Kurz zusammengefasst:

Ein göttliches Wesen schaffte vor 10.000 Jahren sog. Grundtypen (z.B. Adam und Eva), die sich dann - über rasche Mikroevolution - zu dem entwickeln, was wir heute haben.

Beispiele: das komplexe Auge, Flagellen der Bakterien.

Reinhard Junker und Siegfried Scherer vermischen ihren Glauben mit willkürlich zurechtgebogenen Erkenntnissen aus der Biologie.

Sein Fazit: Kreationismus ist eine inhaltslose Scheinwissenschaft und erklärt nichts.


Unser Fazit: Mehr von diesen Videos! Auch wenn an Beleuchtung, Aussprache und Lockerheit noch einiges getan werden kann.


Litte fun-fact: Auch in den USA ist das Lehren von Kreationismus an Schulen ausserhalb des Religionsunterrichtes verboten! Siehe: Kitzmiller v. Dover Area School District



Siehe auch: Evolution

Unsere Artikel über Kreationismus:

2012/04/09 15:41
2010/10/03 10:14
2010/09/30 10:04
2010/07/04 19:55
2009/08/23 12:21

Michael Specter: Die Gefahren der Ablehnung des wissenschaftlichen Fortschritts

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Michael Specter: The danger of science denial

Michael Specter hat im Februar 2010 einen sehr beachtlichen Vortrag gehalten, dessen Argumentationskette ich hier aufgreifen, ergänzen und fortführen möchte:

Wir leben eigentlich in großartigen Zeiten, was Medizin und Lebenserwartung angeht, zahllose Krankheiten, die unsere Vorfahren umbrachten, sind besiegt oder zumindest zurückgedrängt und unter Kontrolle.

Trotzdem haben wir noch große Probleme zu bewältigen: Eine Milliarde Menschen haben nicht genug zu essen. Das Erdöl wir ca. 2060 aufgebraucht sein. Wir zerstören immer noch massiv unsere Umwelt - wir müssen unsere Methoden, unser Vorgehen ändern.

Dazu brauchen wir Fortschritte in den Wissenschaften, doch wir machen keine Fortschritte, sondern wir machen Rückschritte - unter der Flagge des Glaubens.

Unsere Haltung zum “Fortschritt” hat sich geändert. Wir haben unseren Glauben in Institutionen, Autoritäten und mitunter auch in die Wissenschaft selbst verloren - nicht ohne Grund: Katastrophe von Tschernobyl, Katastrophe von Bhopal, Rofecoxib (Vioxx), Massenvernichtungswaffen

Doch das darf nicht zu unkritischer Ablehnung der Errungenschaften führen, das ist gefährlich. Beispiel aus den USA: “Impfungen verursachen Autismus!” Diese längst widerlegte Behauptung, dass Impfungen gegen Röteln, Masern und Mumps Autismus hervorrufen könnten, besteht fort und wird von amerikanischen “Ikonen” weiter in den Massenmedien (Oprah Winfrey und Larry King) verbreitet (Details hier: Jenny McCarthy still thinks vaccines cause autism).

Fakten? Mit Fakten hat der “Technokrat” Al Gore die Wahl gegen “Buddy” George W. Bush verloren1). Der durchschnittliche Amerikaner hasst Fakten, insbesondere wenn Sie vom Staat kommen und er hasst Intellektuelle und Fachleute. (s.a.: Why do people vote against their own interests?)

Folge: US-Amerikaner lassen ihre Kinder zunehmend nicht mehr impfen. Und haben jetzt schon die ersten Fälle von Masern2) - werden keine Impfstoffe mehr gegeben, kommen die Krankheiten zurück.

Aber damit noch nicht genug, der US-amerikanische Arzt Paul Offit, der einen Impfstoff gegen Humane Rotaviren3) gefunden hat und darüber Vorträge in den USA hält, kann nicht mehr ohne Bodyguards vor die Tür und erhält Drohanrufe, in dem ihn Impf-Gegner daran erinnern, dass sie wissen, wo seine Kinder zur Schule gehen. In den USA.

Ähnliches gilt für die Impfung gegen Poliomyelitis (kurz: Polio) - wir sehen keine Polio-Kranken mehr, also muss die Gefahr vorbei sein. Das ist ein Irrtum.

Was die Leute gerne nehmen, sind die sog. “Nahrungsergänzungsmittel” - in Deutschland dürfen diese sogar per Gesetz keinen therapeutischen Nutzen haben - und “alternative Medizin”. Ein Millionenmarkt - auch in US-Amerika: 28 Milliarden Dollar im Jahr für solche “alternative Medizin”, für Plazebos (bestenfalls) - die Wirkung geht erwiesenermaßen gegen Null.

In Deutschland glauben die Leute an Homöopathie. Schon die Nazis, die die “verjudete” Schulmedizin reinigen wollten, mussten feststellen, das Homöopathie NICHTS kann4).

„Lass die Leute doch das nutzlose Zeugs fressen - warum ist das schlimm?“ Weil die Leute Fakten ignorieren und lieber ihren Glauben in Magie pflegen. Unsummen für nutzlose Pseudo-Medikamente ausgeben, anstatt das Geld für z.B. Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus der Region auszugeben.

Nächste Schauer-Mär: Genetisch manipuliertes Essen! Was wir essen, ALLES, ist seit Jahrtausenen “manipuliert”, von uns! Schon mal eine Banane “im Original” gesehen?

Warum also jetzt nicht nährstoffarme, aber leicht anzubauende Pflanzen verbessern, damit Leute nicht an Mangel-Krankheiten leiden und sterben? Warum nicht Getreide so verändern, dass wir nicht mehr tonnenweise Schädlingsbekämpfungsmittel drauf kippen müssen?

Warum haben wir ein “dummes Gefühl” dabei? Sicherlich, es birgt Risiken, aber die Probleme, die unsere Zukunft bringt, rechtfertigen vielleicht, ein Risiko einzugehen. Mir wäre auch eine Welt lieber, in der wir darauf verzichten könnten.

Doch in den nächsten 50 Jahren müssen wir 70% mehr Lebensmittel herstellen. Was, wenn wir es vor hundert Jahren nicht gewagt hätten, Kunstdünger zu verwenden und weiterhin auf Pinguin-Kacke bestanden hätten, weil die katalytische Ammoniak-Synthese bedenklich ist? Die meisten von uns wären nicht einmal hier! Wir müssen was wagen, wenn wir leben wollen und Wissenschaft hat sich als der einzig praktikable Weg erwiesen. Denn ehrlich: Es sind doch nicht die Wissenschaftler oder die Wissenschaft, denen wir misstrauen - es sind die multinationalen Konzerne, die einzig an ihrem Quartalsergebnis interessiert sind, es sind rückgratlose, von Lobbyisten geleitete Regierungen, denen zu misstrauen wir jeden Grund haben.

Nein, wir wollen keine Monokulturen, wir wollen keine Patente auf Leben, wir wollen nicht, dass Konzerne ein Monopol auf Saatgut besitzen.

Aber das sind keine Fragen der Wissenschaft - das sind Fragen der Ethik, der Gesetze, der Staatsform, dem Umgang mit Monopolen.

Wissenschaft ist kein Konzern. Wissenschaft ist keine Land. Wissenschaft ist keine Idee.

Wissenschaft ist ein Verfahren, eine Methode - die einzige, die uns, unseren Kindern das Überlegen gewährleisten wird und vielleicht nicht “nur Überleben”, sondern eine “bessere” Zukunft zu alle.

1) „Look, this is a man who has great numbers. He talks about numbers. He's trying to scare people in the voting booth.”
2) Laut Schätzung der WHO haben sie im Jahr 2000 fast die Hälfte der 1,7 Millionen, durch Impfung vermeidbaren Todesfälle bei Kindern verursacht, bei geschätzten 30 bis 40 Millionen Krankheitsfällen in jenem Jahr (Quelle: Masern)
3) In den Entwicklungsländern sterben insbesondere aufgrund unzureichender medizinischer Versorgung nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa 850.000 Kinder im Jahr an einer Rotavirus-induzierten Dehydratation. Quelle: Wikipedia
4)

1937 begann das Reichsgesundheitsamt, die Homöopathie „in denkbar größtem Stile“ zu überprüfen. Mehrere hundert Millionen Reichsmark sollten zur Verfügung stehen. Mit dabei: der Arzt Fritz Donner, der damals am Stuttgarter Homöopathischen Krankenhaus tätig war. Er war einer der wenigen Homöopathen, denen ehrlich an einer wissenschaftlichen Überprüfung der Methode gelegen war.Fast 30 Jahre später, 1966, im Ruhestand, verfasste Donner für das Bundesgesundheitsamt einen Bericht über die Untersuchungen der Nazis. Der „Donner-Report“, der erst 1995 veröffentlicht wurde, gibt einen eindrucksvollen Einblick, zu welch „totalem Fiasko“ für die Homöopathie die Untersuchungen wurden. Spiegel-Online vom 14.07.2010"Wir können doch gar nicht, was wir behaupten"

Dawkins: Ratzinger ist ein Feind der Menschheit

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Anlässlich der päpstlichen Ausfälle gegenüber den Atheisten hier eine kurze vor-Ort-Rede von Richard Dawkins.

Neben dem Versuch einer Herleitung der perversen Gedankengänge die zu Ratzingers unflätigen Maßlosigkeiten führten (redlich, aber bestenfalls von akademischem Interesse), bringt Dawkins hier auf den Punkt, warum die salbungsvollen Worte Ratzingers nur Hohn und Heuchelei sind:

Ratzinger ist ein Feind der Menschheit!

Ratzinger ist ein Feind der Kinder, da er es zuläßt, dass ihre Körper vergewaltigt und ihre Köpfe mit Schuldgefühlen verseucht werden. Es ist offensichtlich, dass die Kirche weitaus weniger daran interessiert ist, Kinder vor Vergewaltigern zu retten, als ihren Ruf.

Ratzinger ist ein Feind der Homosexuellen!

Ratzinger ist ein Feind der Frauen! Ist ein Penis notwendig für seelsorgerische Aufgaben?

Ratzinger ist ein Feind der Wahrheit! Seine Kirche verbreitet absichtlich und gezielt Lügen über den Schutz vor Aids

Ratzinger ist ein Feind der Armen! Er verdammt sie zu Familien, die zu groß sind sie zu ernähren, um sie in Armut und Elend und Anhängigkeit zu halten.

Ratzinger ist ein Feind der Wissenschaft! Er verhindert Stammzellen-Forschung, nicht aus realen moralischen Gründen, sondern aus Aberglauben.

Ratzinger ist ein Feind der anglikanischen Kirche! Die in seinen Augen auch nur eine irrgeleitete Sekte ist, es wird sogar versucht anglikanische Vikare abzuwerben (auf dem Besuch hat Ratzinger einen Konvertiten selig gesprochen).

Ratzinger ist ein Feind der Bildung! Kath. Bildung und Erziehung sind berüchtigt für die psychischen Schäden (w.z.B. Schuldgefühle und Angst), die sie verursachen und fördern. Besonders schändlich ist die Doktrin, dass für die Meinungsbildung Beweise weniger wert sind als Dogmen, Tradition, Offenbarungen und kirchliche Autorität.

Volltext der Rede: http://richarddawkins.net/articles/521113-ratzinger-is-an-enemy-of-humanity

via humanistischer pressdienst

Papst-Fanboy Franz Josef Wagner

Papst-Fan in Aktion Franz Josef Wagner gebührt die Ehre, den ersten Haufen zu setzen, auf unsere neue Seite Feuilleton-Katholizismus. Schmierig, unaufrichtig, unwahr - damit ist dann auch schon die Zeitschrift genannt, die's veröffentlicht hat.

Der angegiftete, mit Schlamm beworfene Papst war einfühlsam, er war ein trauriger, von Schmerz erfüllter Papst. Kein mächtiger Papst, kein prunkvoller Papst. Er war ein Papst, der unter den Missbrauchsfällen litt.

F.J. Wagner in der Bild vom 20.09.2010.

Der Rest der deutschen Journaille ergeht sich in ähnlichen Tönen - Gleichschaltung unnötig.

  • Der Papst erwirbt sich die Zuneigung vieler Briten (Welt)
  • Wie Britannien lernte, den Papst zu lieben (Welt)
  • Benedikt XVI. gedenkt Opfer der Luftschlacht um England (Bild)
  • Triumphzug im Schritttempo (Spiegel)
  • Großbritannien: Papst würdigt britischen Widerstand gegen Nazis (ZEIT) sich eine neue Zeitung zu suchen…

Kindesmissbrauch geht auch ohne Internet

Wenn über Kindesmissbrauch im bundesdeutschen Blätterwald (Monokultur) die Rede ist, dann ist in den allermeisten Fällen entweder die katholische Kirche oder das Internet der Aufhänger. Gegen die katholische Kirche unternehmen unsere Strafverfolgungsbehörden nur äußerst zögerlich etwas, da bietet sich das Internet als Prügelknabe an. Unser wackeres BKA hat natürlich auch die Fachkompetenz für diese Internetz-Dinger:

Gleichzeitig hegt Rainer Wendt (Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft) Zweifel, ob die neuen Möglichkeiten [von Google Street View] umgekehrt auch von der Polizei genutzt werden können: „Es ist rechtlich unklar, ob eine virtuelle Streifenfahrt möglich ist.”

FAZ vom 14.08.2010

Das ist keine Ausnahme, dieses Verständnis ist die Regel - das BKA konstruiert sich hier ein pflegeleichtes Bild der Kinderpornographie im Netz, unterstützt von den Befürwortern der nutzlosen Sperren. Anrufen beim Provider, Sperre aufstellen lassen, keiner kommt vorbei - Fall gelöst - FALSCH! Sperren halten versierte Anwender nicht auf und gesperrt werden ohnehin nicht die Tauschbörsen, über die Kinder-Pornographie fast ausschließlich vertrieben wird. Löschen geht nicht, weil die Seiten im rechtsfreien Ausland liegen - FALSCH! Aus der durchgesickerten dänischen Sperrliste geht hervor, das die meisten Sites in den USA liegen (1148), gefolgt von Deutschland mit 199 Sites. Autsch!

Außerdem arbeiten die ausländischen Behörden eh nicht so richtig mit und das dauert so lange… klar, die meisten Länder haben eine hohe Toleranz-Schwelle für Kinder-Pornographie. Hassen, so richtig hassen, tun die alle nur Raubkopierer - da gehen die Ermittlungen dann auch schneller.

Aber wir reden hier nur vom Vertrieb von produziertem Material, die Straftaten, die Vergewaltigungen von Kindern, geschehen weiter, keine Sperre, keine Löschung verhindert etwas.

Die Ehefrau unseres christsozialen Herrn Verteidigungsministers, Stephanie zu Guttenberg bringt’s auf den Punkt:

„Der schlimmste Missbrauch geschieht noch immer in den Kinderzimmern“, sagt Guttenberg. Jedes fünfte Mädchen und jeder neunte Junge werden sexuell belästigt. Täter sei meist eine Vertrauensperson. Onkel. Lehrer. Vater. Manchmal auch die Mutter. „Im Schnitt muss sich ein missbrauchtes Kind an acht Erwachsene wenden, bevor es erhört wird. Das sind sieben zu viel.“

„Täter bauen gezielt einen Kontakt auf – nicht nur zum Kind, sondern auch zu Vertrauenspersonen des Kindes. Ein Täter macht sich beliebt, um vertrauensvolle Situationen zu schaffen. Dann fängt er an, die Hand anzulegen, guckt, wie das Kind reagiert. Wenn das Kind irgendwann protestiert, dreht sich die Situation. Der Täter gibt dem Kind eine Mitschuld, sagt zum Beispiel: Du bist so sexy, ich kann gar nicht anders“, erklärt Guttenberg eine Masche. „Das Kind verspürt Druck, Manipulation, Angst, Ekel, Schamgefühl. So läuft es ab. Das hört keiner gern.“

Welt-Online vom 16.09.2010: Stephanie zu Guttenberg schockiert mit der Realität

Huch, den Herrn Pfaffen als Täter hat Madam Guttenberg jetzt unterschlagen - und zeigt damit ganz deutlich, dass auch sie für das von ihr angesprochene eigentliche Problem anfällig ist: Blindheit vor dem, was passiert, das sich “nicht-vorstellen-können”, dass der liebe Onkel, der Herr Pastor sowas jemals tun könnte. Wir brauchen kritische, wache Erwachsene ohne Scheuklappen.

Das Vertrauen, das ein Kind naturgemäß in seine Eltern hat, darf nicht auf Dritte erweitert werden - Kinder hinterfragen nicht Anweisungen von Respektspersonen. Wir brauchen Kinder, die “Nein” sagen und schreien können.

Wir brauchen endlich Aufklärung über Kindesmissbrauch, wir brauchen zeitgemäße “Märchen”, Gruselgeschichten, die Kinder klar machen, was Übergriffe sind und wo die Grenzen der Erwachsenen liegen: Weg mit den Wölfen und bösen Hexen - schleimige Onkels und Fummel-Pfaffen sind die Bösewichte. Es muss völlig außer Frage sehen, dass Kinder keine Mitschuld haben. Und ganz wichtig: Die Kinder müssen darauf vertrauen können, dass Übergriffe geahndet werden und Täter ernsthaft bestraft und effektiv daran gehindert werden, sich wieder zu vergehen.

Sexualstraftäter gehören in eine öffentlich zugängliche Datenbank und müssen meldepflichtig werden. Und erzähle mir keiner etwas über ihre Menschenwürde, die haben sie selbst so weit erniedrigt, dass es uns, der Gesellschaft, unseren Kindern zusteht, vor ihnen geschützt zu werden - der Wertevergleich kann hier nicht anders ausfallen, in meinen Augen.

Kirche als ethische Instanz? Wohl kaum!Doch über Werte und deren Niederschlag in Gesetzen entscheiden in unserem Land leider die Kasten der Politiker und Kleriker, die einen sorgsam darauf bedacht, an nichts zu rütteln, was ihnen dann vor die Füße fallen könnte, die anderen mit reichlich Dreck am eigenen Stecken. Die Herren und Damen christliche Kultdiener, die moralischen Vorbilder, als die sie sich stets gerieren. Welches Unrechtsbewusstsein hat wohl der kleine, nichtkommerzielle Paedophilie, wenn er sieht, wie sich die katholische Kirche immer wieder aus ihrer Verantwortung ziehen kann?

Mal ehrlich: Wie würde wohl eine Volksabstimmung zu dem Thema “Was sollen wir mit Kindervergewaltigern machen?” ausgehen? Was, wenn “Todesstrafe” mit zur Auswahl stünde? Ja, ich weiß - darf nicht, kann nicht und wird nicht - aber das Problem totzuschweigen, die Augen zu schließen und einfach auszusitzen funktioniert nur auf dem Rücken unserer Kinder.

Ich bin gespannt, was für halbgare und verlogene Reaktionen Frau zu Guttenberg bekommt… bis das Thema wieder abgeebbt ist.

Papst Ratzinger schmeißt mit eigenem Dreck nach Atheisten

Pfui JosephNachdem Ratzinger erfolgreich in England gelandet ist (wo man bis heute jährlich die Vereitelung eines katholischen Terroranschlages feiert: den Guy Fawkes Day), wird gleich in bester, jahrtausende geübter Manier gelogen und diffamiert: Der britische Kampf gegen Nazi-Deutschland damals = Kampf gegen den Atheismus heute.

Even in our own lifetime, we can recall how Britain and her leaders stood against a Nazi tyranny that wished to eradicate God from society and denied our common humanity to many, especially the Jews, who were thought unfit to live. I also recall the regime’s attitude to Christian pastors and religious who spoke the truth in love, opposed the Nazis and paid for that opposition with their lives. As we reflect on the sobering lessons of the atheist extremism of the twentieth century, let us never forget how the exclusion of God, religion and virtue from public life leads ultimately to a truncated vision of man and of society and thus to a “reductive vision of the person and his destiny”

Joseph Ratzinger (Papst) am 16.09.2010 - (Volltext)

Die Nazi-”Tyrannei” wollte keinen Gott aus der Gesellschaft entfernen, die Nazis brauchten den Gott-Glauben um an die Macht zu kommen, die Vorstellungen und Prägungen der Gott-Gläubigen, um sich zu halten. Hitler hat keinen Staats-Atheismus eingeführt und keine Kirchen abgebrannt, sondern als eine seiner ersten Handlungen einen Vertrag mit dem Papst geschlossen, das sog. Reichskonkordat am 20.07.1933 (siehe auch "Religiöse" Argumente gegen Atheismus). Dem Hitlerjungen Ratzinger wird das nicht entgangen sein - auf allen Kanzeln wurde danach der Führer als Retter des deutschen Volkes gepriesen.

Herr Ratzinger könnte sich gut davon distanzieren, wenn er diesen - bis auf den heutigen Tag immer noch gültigen - Vertrag mit Nazi-Deutschland aufkündigen würde oder vielleicht den Katholiken Adolf Hitler aus seiner Kirche schmeissen würde (exkommunizieren). Beides nie passiert! Dafür hebt Ratzinger die Exkommunikation des Holocaust-Leugners Richard Williamson wieder auf!

Antisemitismus? Bis 1965 wurde von katholischen Kanzeln noch der Gottesmord der Juden gepredigt, der Judenhass war jahrtausende lang ein elementarer Bestandteil des christlichen Glaubens und ist zu einem kulturellen Grundmuster geworden, dessen sich Hitler leicht bedienen konnte.

Die Widerstandskämpfer gegen Hitler waren wenige, manche waren in Diensten der Kirche, viele auch nicht - ihre Motivation zu kämpfen war aber immer die Unmenschlichkeit des Regimes, ihr eigenes Verlangen nach Menschlichkeit. Vielleicht haben manche ihren Gott um Unterstützung gebeten (nicht, dass er geholfen hätte), aber die Werte, die sie vertraten, waren die der Aufklärung, nicht der christlichen Kirche, die feierte und pries den Führer.

Die katholische Kirche hat sich mühsam und sehr zögerlich den humanistischen Werten wie Demokratie (s. Antimodernisteneid) und Gleichheit angenähert, viele selbstverständliche Werte und Freiheiten (Gleichheit von Mann und Frau, Verhütung, Schwangerschaftsabbruch, Homosexualität, Abschaffung der Todesstrafe etc.) verwirft sie immer noch.

Herr Ratzinger: Es gibt keine gemeinsamen Werte mit ihrer Kirche, ihre Kirche rennt den Werten und der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft hinterher, so war’s mit Sklaverei, Gleichberechtigung der Frauen, Demokratie und und und….

Joseph, ich seh Dich an - und ich weiß wo lang!


P.S.: Ich sehe zur Zeit nirgends “militanten Atheismus”, aber falls es sowas geben sollte, dann wird er nötig werden, wegen solcher unverbesserlichen Brandstifter wie Herrn Ratzinger.

Keine einzige belgische Diözese ohne Missbrauchsfälle

Vergewaltiger gehören bestraft - hier und jetztAlles nur Einzelfälle, passiert ja schließlich überall, oder?

Investigators, working with the support of the Belgian Catholic Church received 475 complaints of child abuse committed in the 1950s through to the late 1980s by Catholic clergy.

„We can say that no congregation escapes sexual abuse of minors by one or several of its members,“ the commission concluded.

The 200-page report, published on Friday, contains testimonies from some 124 anonymous victims, revealing that abuse for most began at the age of 12.

It noted a „high number of suicides“ with 13 deaths and six attempts attributed to „sexual abuse by a cleric“.

Telegraph: 'No Belgian church escaped sex abuse', finds investigation

Was nach den Achtziger passiert ist, wollen wir ja lieber gar nicht erst wissen, nachher ist das noch nicht verjährt.

Was heißt hier eigentlich „Missbrauch“? Das sind Vergewaltiger, können wir bitte mal aufhören, Täter zu verharmlosen?

Achse des Bösen: Schurkenstaat Vatikan

Empire of Evil Fast ausschließlich von der ausländischen katholischen Presse geifernd aufgegriffen wurde die Anregung von Geoffrey Robertson (ehem. Richter bei der UN und Kronanwalt), dass der Vatikan im Grunde genommen als ein Schurkenstaat zu behandeln sei. In seinem Buch “The Case of the Pope: Vatican Accountability for Human Rights Abuse” führt er auf, warum.

Die Grundlage ist verdorben: Gehen doch die absurde Ansprüche und Previlegien des Vatikan im Wesentlichen auf die Verträge mit dem faschistischen Italien zurück und sind nicht haltbar. Das Handeln ist verdorben: Das vatikanische “Strafrecht” verdient diese Bezeichnung nicht, es ist in keiner Weise transparent und die massive und institutionalisierte Vertuschung von Straftaten, insbesondere im Bereich Kindesmissbrauch sind unerträglich. Robertson: Der Papst gehört in den Knast.

Die deutsche freie Presse der Feuilleton-Katholiken ignoriert solchen Unsinn natürlich. Gleichschaltung ist hier gar nicht mehr nötig.

Warum gibt es immer noch grundgesetzwidrige Sonderrechte für Religionsgemeinschaften? Warum stört sich keiner an der christlichen Unterwanderung unseres Staates? Dank für diesen Begriff geht an Joachim Meisner, seines Zeichen christlicher Kultdiener und erklärter Feind eines weltlichen Staates:

Wir müssen die säkulare Welt christlich unterwandern, d.h. es darf kein Haus geben ohne eine solche Zelle, ohne einen solchen Brückenkopf von dem aus der Herr die Welt unterwandert, erobert, durchsäuert.

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln: Vortrag am 24.03.2010: „Geh“ – Unsere Sendung

via wissenrockt.de

Aus Verzweiflung gut? Nicht wirklich: Weder verzweifelt, noch gut!

Gar nicht gut!Die Süddeutsche titelt “Aus Verzweiflung gut” über die Anstrengungen der katholischen Kirche, ihren Saustall auszumisten. Was glaubt ihr denn, was eine Institution, die fast zweitausend Jahre Erfahrung mit dem Umgang und dem Umgehen von Regeln hat, in so einem Fall macht? Euch hinters Licht führen!

Das, was da am heutigen Mittwoch in Kraft treten soll, hat aber nach wie vor Schwächen. Warum muss zum Beispiel der Bischof bestimmen, wie eine Gesprächsrunde mit dem Opfer zusammengesetzt ist? Warum wird nicht festgelegt, dass wenigstens ein Teil der Aufarbeitung außerhalb der Kirchenstrukturen geschehen und zum Beispiel ein weltlicher Anwalt oder Therapeut im Arbeitsstab des Beauftragten vertreten sein muss? Hier ist das Misstrauen manches Bischofs spürbar, der seine Macht im Bistum nicht beschneiden lassen will.

Ein Bischof kann einen von ihm abhängigen Seelsorger zum Beauftragten machen, er kann aber auch einen Arbeitsstab unabhängiger Experten berufen - beides geben die Regeln her.

Katholische Kirche: Leitlinien zum Umgang mit Missbrauch - Aus Verzweiflung gut (Süddeutsche vom 31.08.2010)

"Atheist Cartoons" reicht diesen hier am 08.11.2010 nach - Danke!Und der Knaller: Das Opfer darf natürlich von den Täter seelbesorgt darauf verzichten, die Staatsanwaltschaft einzuschalten:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, es werde nicht ganz deutlich, wie innerhalb der Kirche künftig mit den Fällen umgegangen werden solle, in denen das mutmaßliche Opfer der Einschaltung der Staatsanwaltschaft ausdrücklich widerspreche. Außerdem bleibe unklar, ob innerkirchliche Voruntersuchungen künftig ausgesetzt werden sollten, um staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nicht zu behindern.

Umgang der Kirche mit Missbrauch: Justizministerin sieht Defizite bei Leitlinien (RP-Online vom 31.08.2010)

Schön, dass die Täter sich selbst die Regeln machen und den Rechtsstaat draussen lassen dürfen. Selbst in erzkatholischen Ländern läßt sich der Staat sowas nicht gefallen - nur in Deutschland geht das. Dummheit, Feigheit, Opportunismus oder Unmündigkeit? Armes Deutschland!

Christliche Werte in Nigeria: Du sollst Hexen nicht leben lassen

Ethik wie vor 3000 Jahren: Christentum heuteBei uns völlig (und nur zu gern) in Vergessenheit geraten ist die Anweisung von JHWH (“Lieber Gott”), dass Hexen oder Zauberinnen zu töten sind.

In Nigeria wissen christliche Kultdiener (“Pfarrer”) noch, was ihrem Gott gefällt. Für den läppischen Unkostenbeitrag von 300$ bis 2000$ sorgen sie dafür, dass Kinder-Hexen zumindest von ihren Eltern verstoßen und deportiert werden, will man deren Seele retten, sollte man nicht sparen und gleich Folter und (sicherheitshalber) Ermordung mit buchen. Was man nicht alles tut für die lieben Kleinen.

„When a child is accused of being a witch – that child is hated absolutely by everybody surrounding him so such children are sent out of the home… But unfortunately such children do not always live long. A lot of them, they're either killed, abandoned by the parents, tortured in the church or trafficked out of the city.“

CNN: "Children abused, killed as witches in Nigeria"

Naja, wie der aufgeklärte europäische Christ weiß, glaubt der Neger ja nun mal gern an Hexen.

Belief in witchcraft is rooted in centuries of tradition, but it's only in the last 10 years, that it has become associated with child abuse, he said.

CNN: "Children abused, killed as witches in Nigeria"

Christentum als eine versöhnende Kraft in der Gesellschaft? Ist es nicht, war es nie:

„Religious leaders capitalize on the ignorance of some parents in the villages just to make some money off them,“ said Lucky Inyang, project coordinator for 'Stepping Stones Nigeria'.

CNN: "Children abused, killed as witches in Nigeria"

Macht euch nichts vor, das sind keine Einzelfälle, das sind wirklich Christen - bei uns in Europa war es vor ein paar hundert Jahren nicht anders. Das sind die unvermeidlichen Auswüchse einer im Kern immer noch eisenzeitlichen Religion die humanistische Werte wie Gleichheit verleugnet.

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