Laizismus in Deutschland
Laizismus bezeichnet das Prinzip der strikten Trennung von Staat und Kirche und ist - wie analog zur Gewaltenteilung (in Legislative, Judikative und Exekutive) - essentieller Bestandteil einer modernen Demokratie. Die Beziehung von Staat und Kirche regelt in Deutschland der Art. 140 GG - diese aus der Weimarer Verfassung übernommenen Paragraphen wurden und werden nicht konsequent durchgesetzt, sondern fortwährend durch die beiden großen christlichen Quasi-Staatskirchen unterlaufen. Diese bekämpfen und verleumnden den Laizismus in weiten Teilen als der Religionsfreiheit widersprechend, zumindest was Deutschland betrifft - in islamischen Ländern, in den Christen Minderheiten sind, fordern sie den Laizismus als „zwingend nötig“ und preisen ihn in höchsten Tönen1).
Laizistische Forderungen in Deutschland
Im Wesentlichen lassen sich die laizistischen Forderungen zu den nachfolgenden Punkten zusammenfassen:
- Abschaffung der Steuer-Privilegien für Kirchen (Jährlich erhalten die beiden großen christlichen Kirchen 19 Milliarden Euro aus der Staatskasse2)).
- Die Kirchen sollen Abgaben ihrer Anhänger, die Kirchensteuern selbst eintreiben. Bislang kümmert sich der Staat darum3) - für läppische 3%!
- Beseitigung der kirchlichen Eingriffe in Forschung und Lehre
- Abschaffung von Theologischen Fakultäten. Diese sind staatlich finanziert, aber kirchlich kontrolliert.
- Analog gehört der sog. Konkordatslehrstuhl abgeschafft, welcher vor allem in Bayern (aber auch Mainz und Freiburg) der kath. Kirche bei der Besetzung nicht-theologischer Lehrstühle ein Veto-Recht einräumt - betroffen sind davon ein Viertel der bayerischen Professoren für Politikwissenschaften, ein Drittel der Soziologieprofesoren und ca. 60% der Philosophieprofessoren4).
- Lehrstühle für vergleichende Religionswissenschaften sind mit kirchenfernen bzw. -kritischen Wissenschaftlern zu besetzen - alles andere ist ein klarer Verstoß gegen die wissenschaftliche Objektivtät.
- Abschaffung konfessionellen Schulunterrichtes. Religiöse Propaganda (religiöse Mythen, selbst faktisch Falsches wird hier als Wahrheit unterrichtet) hat in Schulen eines demokratischen Staates nichts verloren. Alternative ist ein philosophisch-religionskundlicher Unterricht, w.z.B. das “Schulfach Humanistische Lebenskunde“.
- Kleriker raus aus Rundfunk- und Ethikräten. Für den Schutz der Jugend haben sich Kleriker im Besonderen aus untauglich erwiesen. Das ist Aufgabe von Pädagogen und Soziologen.
- Förderung säkularer Träger im Sozial- und Gesundheitssektor. In diesem Bereich gibt es eine disproportionale Häufung von durch Klerikale betriebene Einrichtungen. Es ist unzumutbar, dass Menschen in Not sich nahezu unweigerlich mit religiösen Kultdienern und Riten und Symbolen konfrontiert sehen.
- Abschaffung der Sonderstellung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Kirchen sollen für Übertragungen ihrer Kulthandlungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bezahlen. Kirchenfunktionäre sitzen in überdurchschnittlich viele Redaktionen (s. Der Gotteswahn des deutschen Journalismus), Sender abonnieren standardmäßig mehr oder weniger offensichtliche Kirchen-Propaganda, u.a. naturwissenschaftliche Dokumentationen mit christl. Färbung.
- Aufhebung des besonderen Tendenzschutzes in religiösen Betrieben. In einem demokratischen Staat ist es inakzeptabel, dass jemand seinen Job verliert, wenn er sich z.B. scheiden lässt. In kirchlichen Betrieben gibt es keinen Betriebsrat und Angestellten der Kirche wird das Recht auf Streik verwehrt. Siehe auch: Kirche als Arbeitgeber
- Änderung des Steuerrechtes, um Alleinerziehenden Erwerbsarbeit und Altersvorsorge zu ermöglichen. In keinem europäischen Land ist das Steuerrecht so auf das klassische, von den christlichen Kirchen propagierte, Familienbild ausgerichtet wie in Deutschland.
Artikel aus unserem Blog zu dem Thema "Laizismus"
oder: Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Unsere Artikel-Reihe zum Thema Laizismus in den deutschen Parteien.
Laizismus in den Parteien
Die LINKE und der Laizismus
Kurz: Die LINKE hat große Angst, als kirchenfeindlich zu gelten. Viel Zeit vertun die Jungs und Mädels ausserdem sich gegen Kommunismusvorwürfe zu rechtfertigen. Aktuell versucht Raju Sharma, der aktuelle religionspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, einen klaren Standpunkt zum Laizismus von den LINKEN zu erhalten.
Unser Artikel zur LINKEN und Laizismus
| 2011/08/31 11:27 | |
| 2011/03/09 12:14 | |
| 2010/12/16 09:42 | |
| 2010/11/22 11:33 |
DIE LINKE in den Medien
Unser Newsfeed zum Theme „LINKE und Laizismus“:
- 13.09.2011: Gottloses Land in Pfarrers HandPünktlich vor dem Abstecher von Papst Benedikt XVI. nach Thüringen hat sich in der dortigen Linkspartei eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) »Laizismus« konstituiert.
- DIE LINKE: Da wird auch mein (linkes) Herz seinGotteswahn bei den LINKEN. Verbohrte Atheisten, die aus Geschichte lernen wollen und unsichtbare Freunde für gefährlich halten.
- Müssen Linke Laizisten sein?In diesem Sinne sollte DIE LINKE für eine Gesellschaft stehen, in der Gott einen Platz in den Herzen der Menschen hat, die aber in großem Respekt vor dem Glauben auf Sonderprivilegien wie Kirchensteuer und Ablösungsleistungen verzichtet und somit das Bekenntnis zu glauben – oder nicht zu glauben – in jeder Hinsicht zu einer freiwilligen und privaten Entscheidung jedes Einzelnen macht.
- Linker GlaubensstreitWas bitte ist denn "fanatischer Atheismus", Herr Ramelow? Konsequenten Laizismus fordern? Den Klerikern nicht mehr Steuermilliarden in den Rachen zu stopfen? " Der bekennende Protestant Ramelow sagte zur Begründung seiner Initiative, der Laizismus dürfe „nicht zum Eingangstor für fanatischen Atheismus“ werden."
- Linke streitet über Laizismus: "zu unterwürfig"Schluss mit der Unterwürfigkeit: "Gerüttelt wird weder an der Kirchensteuer noch am Religionsunterricht, von dem lediglich verlangt wird, er müsse die 'wechselseitige Toleranz der Glaubensgemeinschaften fördern'. Gegen so viel Zurückhaltung formiert sich nun massiver Widerstand. Als 'insgesamt diffus, unterwürfig, redundant und ohne eigenständige, erkennbare Richtung' werden die religionspolitischen Formulierungen in der parteiinternen Online-Debatte zum neuen Programm kritisiert."
- Debatte Populismus und "Die Linke": Autoritäre Atheisten"Die Linkspartei sollte die strikte Trennung von Religion und Staat fordern. Sie könnte so islamfeindliche Ressentiments ansprechen, ohne einer Diskriminierung das Wort zu reden." *** taz Redakteur Daniel Bax findet einen weiteren guten Punkt für den Laizismus.
- Spring auf, spring auf, auf den Zug der Laizisten! Heute: LINKE? Springt nicht? Nee, springt nicht!Raju Sharma fasst den Stand der Dinge innerhalb der LINKEN zusammen, was den Laizismus betrifft. Finster!
- Auch LINKS nichts ohne Bischofssegen?Auch die LINKE hat schwere Bedenken gegenüber dem Laizismus...
Die SPD und der Laizismus
"AK Laizismus"
Der von Nils Opitz-Leifheit mitgegründete „AK Laizismus“ bekam kaum mediale Beachtung, dafür aber um so mehr Gegenwind von SPD-Christen, der dem AK Laizismus sogar die Verwendung der Buchstaben SPD verbot5). Treibende Kräfte sind jetzt Rolf Schwanitz, Doris Barnett, Carsten Schneider.
Im Frühjahr 2011 sind die „Laizistischen Sozis“ Objekt klerikalen Spottes, gedankt wird dem Herrn. Thierse! Wolfgang Thierse, das alte klerikale Bollwerk:
als Antwort auf den zunehmenden Pluralismus sei die schlichte Forderung nach einer radikalen Trennung von Staat und Kirche sowie die Verbannung christlicher Überzeugungen aus der Öffentlichkeit nahezu anachronistisch, argumentiert Thierse
Wolfgang Thierse, zitiert in: Kein Kulturkampf - In der SPD finden laizistische Bestrebungen nur wenig Widerhall, domradio.de vom 13.04.2011
In der SPD gehört die Kirche die Zukunft. Dass ohne Christen in der SPD nichts geht, muss dann auch Rolf Schwanitz einräumen, nicht jedoch, ohne sich das auch noch - berufsbedingt? - schönzuschwurbeln:
In Bremen gab es schon die Gründung eines ersten Gesprächskreises, mit Unterstützung durch den Arbeitskreis Christen in Bremen. Entsprechende Vorbereitungen haben wir in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und auch in Sachsen. Die Dinge kommen also in Bewegung.
Rolf Schwanitz gegenüber dem hpd, am 13.04.2011
Das Ende des AK Laizismus?
Das Ende des AK Laizismus kam am 09.05.2011, als der Parteivorstand des SPD einstimmig(!) beschloss, die Gründung abzulehnen.
Den Wunsch nach Gründung einer laizistischen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD lehnten die Spitzengenossen ab. Einstimmig. Ohne große Debatte. Wär' ja noch schöner.
Spiegel Online vom 09.05.2011
Nachtrag: Am 22.06.2011 hat der Bund für Geistesfreiheit einen offenen Brief an die SPD geschrieben und diese zum „Überdenken“ der Entscheidung, keinen AK Laizismus innerhalb der SPD zu erlauben aufgefordert und in Aussicht gestellt, anderenfalls keine „Wahlempfehlung“ für die SPD mehr aussprechen zu können.
Hinzu kommt, dass der Laizismus gar keine Position in Analogie zu einer Religion oder Weltanschauung ist, sondern eine staatspolitische Position, die durchaus auch von Mitgliedern christlicher Konfessionen geteilt werden kann und geteilt wird. Dass in einer Partei, zu deren Gründern und Führern August Bebel gehört, den Anhängern einer deutlichen rechtlichen Trennung von Kirche und Staat eine innerparteiliche Organisierung untersagt wird, ist unseres Erachtens beschämend.
Professor Dr. Theodor Ebert - Offener Brief an die SPD vom 22.06.2011
Nachtrag: Am 07.02.12 legt SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nochmal nach: keinen Laizismus bei der SPD. Geschickter ist hier der Vorsitzende Sigmar Gabriel:
Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende, hatte zwar der Gruppe kürzlich angeboten, sich als „Arbeitskreis der Atheisten und Freidenker in der SPD“ konstituieren zu dürfen. Laizismus, also die (Forderung nach) strikte® Trennung von Staat und Kirche, bleibe jedoch unter dem Banner der SPD unzulässig. Wie „vergiftet“ Gabriels Angebot war, stellte sich sogleich heraus; denn die Gruppe spaltete sich unversehens.
xtranews “Die vier Evangelisten und die laizistischen Sozialdemokraten“ vom 08.02.12
Die Damen und Herren der Gruppe sollten sich die Frage stellen, ob ihr Laizismus nun praktische oder symbolische Politik sein soll. Praktisch scheint in der SPD dieser Tage 6) nahezu ausgeschlossen. Wenn es symbolische Politik ist, dann hilft sie, das Bild der jetzigen SPD klarer zu zeichnen. Die Ähnlichkeit zur CDU wird damit noch geringer.
Abhängigkeit der Sozialdemokraten von der Kirche
Jürgen Schmude, SPD, Ex-Justiz und Ex-Innenminister, Mitglied im Nationalen Ethikrat wird wie folgt zitiert, zur Verbindung von SPD und Kirche:
Grundlegende Eingriffe in das bewährte System des Staatskirchenrechts, die die Positionen der Kirchen schwächen würden, seien nicht sachdienlich. Und: Würde diese Schwächung durch die SPD erfolgen, wäre dies primär und vor allem für die SPD schädlich.
Jürgen Schmude in hpd vom 11.04.2011
Unsere Artikel zum Thema SPD und Laizismus
| 2012/02/08 14:51 | |
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| 2011/05/10 21:53 | |
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| 2010/11/01 09:42 | |
| 2010/10/28 11:20 | |
| 2010/10/24 16:27 | |
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| 2010/10/05 15:46 | |
| 2010/10/03 10:14 | |
| 2010/08/31 08:01 |
Aktuelle Nachrichten zum Thema SPD und Laizismus
Dies ist unser News-Feed mit Nachrichten zum Thema „Die SPD und der Laizismus“.
- Nahles ist gegen "strikten Laizismus" (2012/02/07 22:33)Demokraten bitte austreten! Intolerant und stolz darauf: Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich gegen eine strikte Trennung von Staat und Religion ausgesprochen. In der aktuellen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) verteidigt sie das Verbot eines laizistischen Arbeitskreises innerhalb ihrer Partei.
- Politik und Religion: Wie viel Bekenntnis verträgt die SPD? - Feuilleton - FAZ (2012/01/04 11:55)Christen dürfen eine Arbeitsgemeinschaft bilden, Laizisten nicht: Die Partei August Bebels übt unter Sigmar Gabriel die Frömmelei ein. Das Freidenkermilieu wird verprellt.
- SPD und Kirchen (2011/09/01 10:39)Von Geisterfahrern und eingebildeten Mehrheiten: Die Genossinnen und Genossen, die mehr weltanschauliche Pluralität und einen glaubensneutralen Staat einfordern, werden daher gern als Außenseiter, Abtrünnige, gar Verfassungsfeinde hingestellt.
- Religionsdebatte in der SPD: Trennung von Staat und Kirche? Um Gottes Willen! (2011/08/14 23:21)Glauben ist Privatsache, Staat und Kirche sollten konsequent getrennt werden: Für dieses politische Ziel macht sich der Jungsozialist Oliver Lösch in der SPD stark - und stößt auf erbitterten Widerstand.
- Raus aus dem Mittelalter! (2011/07/05 12:45)Nils Opitz-Leifheit findet das Verbot der Laizisten innerhalb der SPD nicht gut und findet gute Gründe und sozialdemokratische Grundwerte, die klar für den Laizismus sprechen. Eine sozialdemokratische Eigenart hat er allerdings übersehen... Willkommen im Chor, Herr Opitz-Leifheit! Und nun alle: "Wer hat uns verraten..."
- Wir werden unseren Weg fortsetzen (2011/06/29 10:42)Aufgrund seiner Haltung, nicht an der Papstrede teilzunehmen, steht der ehemalige Kanzleramtsminister Rolf Schwanitz in der Kritik. Von verschiedenen Seiten wird dem Sprecher der LaizistInnen in der SPD aggressiver Atheismus und Kirchenfeindlichkeit unterstellt.
- Offener Brief an den Vorstand der SPD (2011/06/22 20:22)Der Vorstand des Bund für Geistesfreiheit hat in einem Offenen Brief an den Parteivorstand der SPD dazu aufgefordert, dass der beschämende Beschluss einer Nicht-Anerkennung eines Arbeitskreises „Laizisten in der SPD“ zurückgenommen wird.
- „Der säkulare Rechtsstaat und die Kirchen” (2011/05/18 23:13)SPD springt fröhlich in den Glauben, Freiheit ist Sklaverei: "Ein vollkommen von der Religion getrennter Staat würde der Religionsfreiheit widersprechen. Religionsfrei würde ein säkularistisches Bekenntnis bedeuten und damit dem Grundgesetz widersprechen. Der Staat nehme dann Partei für die Partei des Säkularen Humanismus. Dies würde der weltanschaulichen Neutralität widersprechen. - Was für ein absurdes Konstrukt!"
Die FDP und der Laizismus
Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild
Die Bundestagsabgeordneten Marco Buschmann (katholisch, Vorsitzender der AG Recht der FDP-Bundestagsfraktion), Christian Lindner (Generalsekretär der FDP), Stefan Ruppert (evangelisch, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der FDP-Bundestagsfraktion), Serkan Tören (Integrationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) und Johannes Vogel (Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) haben 'Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild' verfasst. Der Absatz 2 dieses Dokumentes enthält sehr klare Worte über die von rechts-konservativen Kreisen gepflegten Fiktion des „christlich-jüdischen Abendlandes“ als Wertegrundlage (bislang hatte sich erst Horst Isola von der SPD ähnlich klar dazu geäußert).
2. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland kann kein integratives Leitbild sein. Zwar enthält sie viel Wahres über die europäische Geschichte. Das Grundgesetz verlangt jedoch nach einem Leitbild, das unabhängig von der Religion oder persönlichen religiösen Überzeugungen ist. Zudem wissen wir, dass viele, die sich in Deutschland integrieren wollen und sollen, weder Juden noch Christen sind. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland kann daher als Ausgrenzungsformel missverstanden werden. Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland ist auch als Beschreibung unserer Vergangenheit nicht vollständig. Unsere abendländische Kultur ist nicht ohne die Errungenschaften vorchristlicher Zeit und der Aufklärung denkbar: Die Wurzeln unserer Vorstellungen zu Gerechtigkeit und Herrschaftslegitimation finden sich bereits im alten Ägypten. Demokratie als Staatsprinzip wurde im heidnischen Griechenland geboren. Republikanismus als staatsbürgerliches Selbstverständnis wuchs im heidnisch-synkretistischen Rom der Antike. Die Aufklärung durchdringt unser heutiges Verständnis von Staat und Gesellschaft, von der Rolle des Individuums und der Religionen. Sie erhebt die Toleranz zur Bürgertugend. Zum Erbe der deutschen Aufklärung gehört unbestreitbar Lessings Ringparabel. Sie kennt drei Ringe, die für Christentum, Judentum und Islam stehen. Diese pointierte Formulierung der Toleranzidee ist die Grundlage für das religiöse Zusammenleben in unserem Land.
Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild
Die Reaktion klerikaler und von Klerikalen beeinflusster Kreise ist heftig, auf die Zukunft des Dokumentes darf man gespannt sein.
Laizismus - aktuell in den Medien
Dies ist unser News-Feed mit Nachrichten zum Thema „Laizismus in Deutschland“.
- Laizisten und Liberale als Feindbilder (2012/02/17 23:43)Gegen den Laizismus und Liberale und für die Beschneidung von Frauen -- Wegen Verletzung der "öffentlichen Moral" wurden in Tunesien der Herausgeber, ein Redakteur und ein Journalist der Zeitung at-Tunissija verhaftet und vor Gericht gestellt.
- Nahles ist gegen "strikten Laizismus" (2012/02/07 22:33)Demokraten bitte austreten! Intolerant und stolz darauf: Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich gegen eine strikte Trennung von Staat und Religion ausgesprochen. In der aktuellen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) verteidigt sie das Verbot eines laizistischen Arbeitskreises innerhalb ihrer Partei.
- Gebetsstreit an US-Schule: Jessicas Kreuzzug - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (2012/01/31 08:01)"kreuzzug" EnNaMag? *** Ein Schulgebet empört in den USA eine ganze Stadt: Das fromme Sprüchlein hängt als Banner in der Aula und gehört dort nicht hin, entschied ein Gericht. Die Schülerin, die das Gebet abdecken ließ, gilt einigen Gläubigen jetzt als meist gehasste Person im Bundesstaat Rhode Island.
- Politik und Religion: Wie viel Bekenntnis verträgt die SPD? - Feuilleton - FAZ (2012/01/04 11:55)Christen dürfen eine Arbeitsgemeinschaft bilden, Laizisten nicht: Die Partei August Bebels übt unter Sigmar Gabriel die Frömmelei ein. Das Freidenkermilieu wird verprellt.
- Säkulare gegen Orthodoxe: Israelis demonstrieren gegen religiösen Fanatismus (2011/12/28 20:27)Der Präsident ruft zur Teilnahme auf und ein paar tausend kommen? -- Mehrere tausend Menschen haben in Israel gegen Übergriffe ultraorthodoxer Juden auf säkulare Bürger protestiert. Die Spannungen zwischen ultraorthodoxen und säkularen Juden nehmen seit Wochen zu.
- Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Muslimischer Schüler darf nicht in Schule beten (2011/11/30 15:04)Herumgeeier auf höchster Ebene: Die Richter betonten, es handele sich um eine Einzelfallentscheidung. Damit sei nicht ausgeschlossen, dass an anderen Schulen öffentlich gebetet werden dürfe. Der Vorsitzende Richter Werner Neumann sagte: "Die Schule muss sehen, ob es wirklich zur Wahrung des Schulfriedens nötig ist, die Glaubensfreiheit einzuschränken."
- Ralph Giordano: Nein und dreimal nein! (2011/11/08 08:45)Von Morddrohungen nach seiner Kritik am Bau einer Moschee in Köln läßt sich Ralph Giordano nicht einschüchtern. Gegen Burka, Tschador und die „Tentakel“ eines Erpresserpotentials aus Zentral- und Vorderasien will er sich weiter tabulos wenden.
- Philosoph Charles Taylor: Plädoyer für den neutralen Staat (2011/11/05 12:25)Der kanadische Philosoph Charles Taylor feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Sein neues Buch "Laizität und Gewissensfreiheit" tritt für religiöse Offenheit ein.
Missstände aufgedeckt
Panorama-Sendung vom 17.10.2002 über die staatlichen Zahlungen und kirchliche Forderungen.
„Es ist zwingend erforderlich, religiöse und staatliche Angelegenheiten voneinander zu trennen.“ Das forderte vor kurzem die katholische Bischofskonferenz in Pakistan. Im Hintergrund stehen Streits um eine Reform der Blasphemiegesetze und die Unterdrückung durch muslimische Mehrheiten.Vertreter der Kirche und Menschenrechtsorganisationen forderten die Regierung auf, für Meinungs- und Gewissensfreiheit einzutreten um den zunehmenden Extremismus im Land zu stoppen.wissenrockt vom 06.02.2011: Katholische Bischöfe: Säkularisierung “zwingend nötig


