Mittwinter
Auch Jul, Mittwinter oder Wintersonnenwende. Ähnlichkeiten mit der kommerziellen, christlichen Seuche „Weihnachten“ bestehen. Trotzdem kein Grund, dieses Fest aufzugeben, finden wir. Wir sollen hier Ideen und Anregungen sammeln für ein authentisches, naturalistisches Fest.
Ein Fest ohne blutrünstige, patriarchale Götter aus Unterwerfungskulten, mit Riten, an denen kein Blut klebt und mit Symbolen, die nicht für Unterdrückung, Verfolgung, Folter und Massenmord stehen.
Ursprung
Fest der Wintersonnenwende. Spätestens mit der Einführung des Ackerbaus wurde die Möglichkeit bestimmte Daten festlegen zu können überlebenswichtig.
Wie feiern wir?
Mittwinter ist die längste Nacht des Jahres, von nun an werden die Tage wieder länger. Wir feiern die wiedergeborene Sonne und freuen uns auf das neue Jahr.
Was gehört dazu?
- Strohsterne
- Glitzerschmuck (Schnee)
- Tannenzweige
- viele Kerzen rot
- Misteln
- Rauhnächte
- Mittwinterbaum aufstellen und schmücken
Was tun wir?
- Strohsterne basteln
- Geschenke basteln
- Plätzchen backen
- Knusperhäuschen backen
- Winterlieder singen
- Geschenkekalender
- besonders in den Rauhnächten: Geschichten vorlesen
- besonders in den Rauhnächten: (Glücks-)Spiele spielen
Was essen wir?
- Braten
- Rotkohl
- Grünkohl
- Plätzchen, Lebkuchen (mit viel Honig)
- Bratäpfel
- heißer Met
Spruch zu den Raunächten
kalter Himmel
leere Bäume
lange Schatten
Raureifträume
warme Stuben
volle Bäuche
kurze Tage
alte Bräuche
sternenwinde
wanderschuhe
raue nächte
umkehrruhe
Lieder
Winterlied
Es ist ein Schnee gefallen
und fiel noch aus der Zeit
Man wirft uns mit den Ballen
Manch Weg ist uns verschneit
Die Kälte und das Schweigen
ringsum ist viel zu alt
macht Mutigen und Feigen
das Herz die Hände kalt
Ich lege meine Hände
auf deinen warmen Bauch
und träume von dem Ende
und von dem Anfang auch
Ich hör die Wölfe heulen
und mir ist nicht sehr warm
Komm salbe mir die Beulen
und nimm mich in den Arm
Und sing die alte Weise,
dass bald der Frühling naht
und unterm Schnee und Eise
schön grünt die neue Saat.
Dann wollen wir uns wälzen
Text : anonym ? zuerst in einer Münchener Handschrift von 1467, hier erweitert von Hannes Wader.
nach einem heißen Bad
im Schnee und der wird schmelzen
weil er zu schmelzen hat
Musik: anonym , zuerst in den “ Graßliedlin “ Frankfurt a. M. ,1535
in: Ambraser Liederbuch (1582), Volkslieder für die arbeitende Jugend (1914) – Deutsches Lautenlied (1914)
Es ist für uns eine Zeit angekommen
I: Es ist für uns eine Zeit angekommen,
die bringt uns eine große Freud'. :I
Über's schneebeglänzte Feld
wandern wir, wandern wir
durch die weite, weiße Welt.
I:Es schlafen Bächlein und See unterm Eise,
es träumt der Wald einen tiefen Traum.:I
Durch den Schnee, der leise fällt,
wandern wir, wandern wir
durch die weite, weiße Welt.
I:Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen
Es ist für uns eine Zeit angekommen
erfüllt die Herzen mit Seligkeit.:I
Unterm sternbeglänzten Zelt
wandern wir, wandern wir
durch die weite, weiße Welt.
Ursprünglich ein Sternsingerlied aus der deutschsprachigen Schweiz. Die heutige Fassung entstand um 1939 und verzichtet auf christliche Motive.
Schneeflöckchen, Weißröckchen
Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?
du wohnst in den Wolken, Dein Weg ist so weit.
Komm, setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.
Schneeflöckchen, Du deckst uns die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh.
Schneeflöckchen, Weißröckchen, komm zu uns ins Tal,
dann baun wir den Schneemann und werfen den Ball.
Schneeflöckchen, Weißröckchen, du Wintervöglein,
Urfassung: Hedwig Haberkern (1837-1902)
willkommen, willkommen bei Groß und bei Klein.
Wir denken an das alte Jahr
Wir denken an das alte Jahr
und alles, was da war:
Das Schöne und das Schwierige,
es liegt nun hinter uns.
Wir denken an so manchen Freund,
der heut nicht bei uns ist,
und doch gibt es ein Wiedersehn,
des, Freunde, seid gewiß.
Noch einmal blicken wir zurück
auf das, was einmal war
wir machen Herz und Hände frei
und gehn ins Neue Jahr.
Leb wohl, du altes Jahr, ade,
© Text & Soundfile 2005 Michaela Macha
Leb wohl, auf Wiedersehn;
das Alte macht dem Neuen Platz
Leb wohl, auf Wiedersehn.
Melodie: „Should old acquaintance be forgot“
Mit freundlicher Genehmigung von Skaldenmet
Schnee ist über uns gefallen
Schnee ist über uns gefallen,
und die Winde werden still.
Aber in den Flocken allen
loht ein Licht, das kommen will,
loht ein Licht das kommen will.
Sterne kennen schon die Stunde,
da erneuert sich die Welt,
wenn aus tiefstem Wintergrunde
sich zu Jul die Nacht erhellt,
sich zu Jul die Nacht erhellt.
Seht, der Sonne Lauf nun endet,
es vergeht, was einmal war,
und mit neuer Kraft nun wendet
sich ihr Glanz ins Neue Jahr,
sich ihr Glanz ins Neue Jahr.
Höher schlagen nun die Flammen,
Melodie & Zeile 1-7: Gleichnamiges Lied von Rudolf Otto Wiemer
heller brennt das Feuer hier,
und wir alle stehn zusammen
und die Sonnwend künden wir,
und die Sonnwend künden wir.
Übriger Text © 2007 Michaela Macha
Mit freundlicher Genehmigung von Skaldenmet
Nun zur Wintersonnwend
Nun zur Wintersonnwend
friert der Frost uns ein,
Erde hart wie Eisen,
Wasser hart wie Stein.
Schnee fällt nieder, Schnee auf Schnee,
weißes Winterkleid,
nun zur Wintersonnwend,
zur Mittwinterzeit.
Kommt ums Julefeuer,
wärmt euch Herz und Hand.
Grün steht unser Julbaum
wie er immer stand.
Reicht einander Hand um Hand,
feirt, singt und lacht!
Freude füllt die Herzen,
mitten in der Nacht.
Geht mit unsern Wünschen
© 2007 Michaela Macha Inspiriert von „In the Bleak Midwinter“, Christina Georgina Rossetti (1830-1894)
in das Neue Jahr.
Was auch ist gewesen,
was auch immer war.
Wir sehn immer wieder
voller Fröhlichkeit
der neuen Sonn entgegen,
wie vor langer Zeit
zur Mittwinterzeit.
Melodie: “Cranham,” Gustav Theodore Holst, 1906 (1874-1934)
Mit freundlicher Genehmigung von Skaldenmet
Das Fest der Wintersonne
Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft
ich atme ein den verlockenden Duft
Julezeit ist da, Julezeit ist da
Im tiefstem Winter, so einsam die Nacht
die Sonne wendet und Balder erwacht
Stellt das Sonnenrad auf, stellt das Sonnenrad auf
Der Tannenbaum in seiner Pracht
Der Juleast lodert hell durch die Nacht
Stimmungsvolle Ruh, stimmungsvolle Ruh
Das Licht am Himmel die Hoffnung bringt
und Thor wild seinen Hammer schwingt
Kraft fürs kommende Jahr, Kraft fürs kommende Jahr
Frey und Freyas Sinnlichkeit
Bringt Liebe, Lust und Fruchtbarkeit
Leben wird weitergehn, Leben wird weitergehn
Oh, Wintersonne das Fest für sie
© Hagalaz Runedance
Met, Korn und das Blut unsere Gaben an sie
Auf ewige Wiederkehr, ewige Wiederkehr
Wintergras
Skadis Mantel,
weisse Pracht,
sinkt hernieder,
eisig Macht.
Des Frühlings Saat
wird tiefgekühlt,
der Rose Duft
hat ausgeblüht.
Schön bist Du,
Du Winterwelt.
die das Gras,
in Starre hält.
Skadis Mantel,
weisse Pracht,
sinkt hernieder,
eisig Macht.
Skadis Mantel,
weisse Pracht,
sinkt hernieder,
eisig Macht.
Sehnsucht -
nach des Lenzes Grün.
Träume -
von der Blumen blühn.
Warte -
© Kolag Hraban
auf des Frühlings Kraft.
Hoffe -
dass Sol neues Leben schafft.
Mit freundlicher Genehmigung von Skaldenmet
müssen noch gesichtet werden:
Winter’s Night (Blackmore’s Night)
http://www.herbert-fritz.de/weihnachttext/o_tannenbaum_du_traegst_einen.html
Sonstige heidnische Musik zu Jul
Damh the Bard: Noon of the Solstice
Sehr schöne Slideshow mit heidnischen Motiven.


