Wir leben bis auf wenige Ausnahmen in einer durch und durch religiösen Welt
Schön, dass man mit seiner Panikmache nicht ganz so allein ist, der Religionssoziologe Peter L. Berger diagnostiziert:
Das Phänomen hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die eigentlich kaum noch zu ignorieren sind. Doch selbst wenn man ein Phänomen nicht ignorieren kann, lässt es sich immer noch wegerklären. Etwa indem religiöse Bewegungen auf politische, soziale, ethnische oder sonst welche Faktoren zurück geführt werden. So als sei das Religiöse der im Englischen sprichwörtliche Elefant im Wohnzimmer: Man tut so, als sei er nicht da, man redet drum herum.
[…]
Doch lassen wir uns nicht täuschen: Wir leben bis auf wenige Ausnahmen in einer durch und durch religiösen Welt. Das nicht wahrhaben zu wollen, heißt, die Welt nicht zu sehen, wie sie „wirklich“ ist.
Frankfurter Rundschau: Die Welt ist angefüllt mit Religion vom 12.10.2010
Ich persönlich bin immer wieder erschrocken, wie selbst aufgeklärte Zeitgenossen diese Tatsache nicht wahrhaben wollen - und unsereinen der Schwarzseherei, Übertreibung und Panikmache zichtigen und sich vor der Realität verschliessen.
Wohin uns die vornehme Zurückhaltung gegenüber dem Gotteswahn gebracht hat, sehen wir jetzt - ach, ich vergaß: Ihr seht ja nichts. Das ist schade, die einzigen, die bislang eine Bedrohung im Gotteswahn sehen, gehören Gruppen an, die selbst einen anderen Gotteswahn pflegen. Die werden's dann wohl unter sich ausmachen - aber glaubt doch bitte nicht, dass, nachdem sich der Staub gelegt hat, mit euch Ungläubigen nicht auch noch gleich aufgeräumt wird.
Es ist Zeit, unsere Stimme zu erheben gegen das Eindringen von Religion in unsere Schulen und in die Politik. Atheisten sind es zusammen mit Millionen anderen Menschen Leid, von denen angegriffen zu werden, die ihre eigene religiöse Einstellung unseren Kindern und unseren jeweiligen Regierungen eintrichtern wollen. Wir müssen das Übernatürliche RAUSHALTEN aus unseren moralischen Prinzipien und aus dem öffentlichen Gemeinwesen.
Es ist Zeit, vorzutreten.
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