Und der Engel Gabriel (Sigmar) sprach....
„So trennet denn die Ungläubigen in die ungläubigen Ungläubigen und sozialdemokratischen Ungläubigen - auf dass sie einander zerreissen.“
Am 07.02.12 stellte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles noch mal fest: In der SPD wird es keinen Laizismus geben - keinen der den Namen verdient. Geschickter ist hier der Vorsitzende Sigmar Gabriel:
Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende, hatte zwar der Gruppe kürzlich angeboten, sich als „Arbeitskreis der Atheisten und Freidenker in der SPD“ konstituieren zu dürfen. Laizismus, also die (Forderung nach) strikte(r) Trennung von Staat und Kirche, bleibe jedoch unter dem Banner der SPD unzulässig. Wie „vergiftet“ Gabriels Angebot war, stellte sich sogleich heraus; denn die Gruppe spaltete sich unversehens.
xtranews “Die vier Evangelisten und die laizistischen Sozialdemokraten“ vom 08.02.12
Die Damen und Herren der Gruppe sollten sich die Frage stellen, ob ihr Laizismus nun praktische oder symbolische Politik sein soll. Praktisch scheint in der SPD dieser Tage1) nahezu ausgeschlossen.
Wenn es symbolische Politik ist, dann hilft sie, das Bild der jetzigen SPD klarer zu zeichnen. Eine „Volkspartei“, die sich der Meinung eines Drittels der Bevölkerung mit Verboten verschliesst - nur weil dieses Drittel weniger laut und nachdrücklich in Erscheinung tritt.
Die Ähnlichkeit zur CDU wird damit noch geringer und immer deutlicher, dass die Krise der repräsentativen Demokratie nicht im Mangel an Interesse im Volk oder im Mangel an charismatischen Persönlichkeiten begründet liegt, sondern dass die Parteien selbst der Willensbildung und -ausübung im Wege stehen - einer immer größer werdenden Zahl von Menschen in diesem Land geht es um Themen und nicht um kafkaöse Partei-Organisationen mit Fraktionszwang, Dogmatismus und Arbeitsgruppen-Verboten.
Ja, es gibt „Parteien“, die eigentliche keine Partei sein wollen, sondern Themen in einer möglichst breiten Öffentlichkeit kontrovers debattieren wollen - eine schockierende, geradezu absurde Vorstellung, nicht wahr? Schließlich heißt es doch „Einigkeit, Recht und Freiheit“ - zuerst die Einigkeit, was davon übrig bleibt, wird durch das Recht beschränkt und was dann noch übrig bleibt, das nennen wir dann Freiheit…
Und ihr wundert euch, warum die Deutschen größtenteils so wenig begeistert sind von dieser Freiheit - für diese Freiheit, für die jeden Tag Menschen in anderen Ländern kämpfen und sterben?


