Trennung von Staat und Kirche für Sozialdemokraten tabu

Mal vom „Arbeitskreis Laizismus“ gehört? Bei der SPD? Vermutlich nicht - das mediale Echo war gering, intern hat's dafür aber satt Prügel gegeben - trotz der Tatsache, dass rund ein Drittel der 500.000 SPD-Mitglieder konfessionsfrei1) sind.

Das war so: Nils Opitz-Leifheit dachte sich, dass die Trennung von Staat und Kirche ein demokratisches Grundprinzip ist und musste voller Schreck feststellen: Die alte Tante SPD hat was mit dem Pfaffen! SPD-Urgestein Horst Isola sah das ähnlich und fragte sich und seine Genossen: Erinnert sich noch jemand, dass die Demokratie gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft wurde? Seine Genossen, nicht wenige hohe Kirchenfunktionäre, erinnerten sich sehr wohl! Allerdings an eine weitere alte Tradition der SPD…

Selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin kann sich den Spott nicht verkneifen und kommentiert am 09.05.2011 den einstimmigen Beschluss des Parteivorstandes der SPD, die Gründung des Arbeitskreises abzulehnen:

Den Wunsch nach Gründung einer laizistischen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD lehnten die Spitzengenossen ab. Einstimmig. Ohne große Debatte. Wär' ja noch schöner.

Spiegel Online vom 09.05.2011

Und so singen nun auch die Laizisten im großen Chor mit: “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Nicht mitsingen tut weiterhin Thilo Sarrazin.

1) Quelle: DerWesten vom 10.05.2011 “SPD will Verhältnis zur Kirche nicht ändern
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